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Nach den Nordamerika-Rennen Lücken, Überraschungen und eine trügerische ÖSV-Krise

Nach zwei Weltcup-Wochenenden in Nordamerika verschiebt sich der Ski-Tross zurück nach Europa. Wir blicken zurück.

Vom Traum-Comeback von Thomas Dressen, über die zwei Podestplätze von Corinne Suter bis hin zu Tommy Fords überraschendem Premierensieg im Riesenslalom – die Weltcup-Rennen in Übersee in den vergangenen zwei Wochen hatten einiges zu bieten.

Bevor in Val d'Isère und St. Moritz die nächsten Rennen anstehen, blicken wir zurück und kommen zu folgenden Erkenntnissen:

Die Lücke hinter Suter

Zum Ende der letzten Saison hin war der Stern von Corinne Suter mit Silber und Bronze an den Ski-Weltmeisterschaften in Are so richtig aufgegangen. Bei den ersten Speedrennen des Winters in Lake Louise lieferte die Schwyzerin mit zwei Podestplätzen nun die Bestätigung. Dahinter klafft im einst so starken Schweizer Speedteam aber eine grosse Lücke.

Video
Suter auch im Super-G auf dem Podest
Aus Sport-Clip vom 08.12.2019.
abspielen

Michelle Gisin, im Vorjahr in Lake Louise noch zweimal auf dem Podest, kam ebenso wenig auf Touren wie Lara Gut-Behrami. Wobei der Tessinerin nach dem enttäuschenden 27. Rang in der 2. Abfahrt im Super-G mit Rang 12 immerhin eine Reaktion gelang. Den Ansprüchen von Gut-Behrami, die in dieser Disziplin 20 Podestplätze vorzuweisen hat, genügt dies dennoch nicht.

Die Österreicher ohne Hirscher

Nach dem Rücktritt von Marcel Hirscher sucht man im österreichischen Team ein neues Zugpferd. Gefunden wurde dieses bisher nicht, die Resultate in den technischen Disziplinen fielen ernüchternd aus. Dass im Riesenslalom am Sonntag in Beaver Creek mit Matthias Mayer als 19. ein Speedspezialist für das beste Ergebnis besorgt war, sagt einiges.

Matthias Mayer.
Legende: Führt den Gesamtweltcup an Matthias Mayer. imago images

Ein Blick auf die Nationenwertung zeigt aber, dass Österreich das Klassement vor der Schweiz und Norwegen anführt. Einerseits hat man dies den beiden Siegen von Nicole Schmidhofer und Mayer sowie dem Podestplatz von Vincent Kriechmayr zu verdanken. Andererseits sammelt der ÖSV aber auch durch seine Breite fleissig Weltcup-Punkte, wenn auch nicht unbedingt mit Podestplätzen.

Beim Super-G am Sonntag fuhren mit Stephanie Venier (4.), Mirjam Puchner (5.), Tamara Tippler (6.), Ramona Siebenhofer (11.) und Ricarda Haaser (15.) gleich 5 Österreicherinnen in die Top 15. In der Abfahrt vom Freitag landeten hinter Venier (3.) 5 weitere ÖSV-Athletinnen in den Top 15.

Kristoffersen und die freie Bahn

Unzählige Male hatte sich Henrik Kristoffersen in der Vergangenheit hinter Hirscher anstellen müssen. Der Norweger hat wohl aufgehört zu zählen, wie oft er im Riesenslalom und Slalom hinter dem Österreicher Zweiter wurde. Nun wäre die Bahn frei. Noch hat sich Kristoffersen die Rolle als neuer Seriensieger aber nicht geschnappt.

Der Saisonauftakt (Platz 18) war für den Norweger eine einzige Enttäuschung. In Levi schlug er im Slalom zu, im Riesenslalom von Beaver Creek wollte es aber erneut nicht klappen. Kristoffersen wurde – hinter Überraschungsmann Ford – mal wieder Zweiter.

Die Saison der Überraschungen

Die Rennen in Übersee hielten sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen die eine oder andere Überraschung bereit:

  • Thomas Dressen: Nach überstandenem Kreuzbandriss feierte der Deutsche in Lake Louise in der ersten Abfahrt des Winters ein traumhaftes Comeback.
  • Marco Odermatt: Im Super-G von Beaver Creek holte sich der 22-jährige Nidwaldner mit Startnummer 2 und einer wilden Fahrt seinen allerersten Weltcupsieg.
  • Tommy Ford: Zwei Tage später durfte sich im Riesenslalom der Amerikaner als Premierensieger bejubeln lassen – und das vor heimischem Publikum. Um das zu erleben, musste Ford 30 Jahre alt werden.
  • Ester Ledecka: Die Tschechin hat es wieder getan. Mit Startnummer 26 liess die Alpin-Snowboarderin in der 1. Abfahrt in Lake Louise alle hinter sich und schnappte Suter den Sieg weg. Auch bei ihrem Sensations-Gold im Super-G von Pyeongchang war Ledecka übrigens mit Startnummer 26 ins Rennen gegangen.
Video
Odermatt siegt in Beaver Creek
Aus Sport-Clip vom 06.12.2019.
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Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 08.12.19, 20:35 Uhr

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Lionel Werren  (Der Klartexter)
    Österreich wird die Nationenwertung auch ohne Hirscher hoch überlegen gewinnen! Die haben einfach zu viele Fahrer, welche Punkte sammeln können, da brauchts nicht mal Siege. Vor allem die Frauen sind unseren Frauen extrem überlegen, bei den Männern halten sich die Schweizer bislang noch vorne, weiter so!
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  • Kommentar von Fridolin Rolfö  (F.Rolfö)
    Ich habe den Glauben an den Sieg im Nationencup bereits aufgegeben.
    Allein in 3 Frauen Speedrennen holte Österreich 329 Punkte mehr als die Schweiz. Es werden noch 13 weitere Speedrennen bei den Frauen folgen. Mit Hütter und Scheyer sind zudem noch zwei ehemalige Siegfahrerinnen verletzt.
    Wenn man bedenkt, dass Technikerinnen wie Brunner und Schild zurzeit verletzt sind und auch irgendwann wieder zurückkommen... dann gute Nacht, Schweiz... Leider!
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    1. Antwort von Toby O.  (Bubuu)
      Ich finde, es ist noch etwas zu früh, um gleich so den Teufel an die Wand zu malen. Klar, beim Schweizer Frauenkader fehlt eindeutig die Breite. Da ist Österreich viel viel besser aufgestellt. Dennoch ist es noch zu früh, um alles auzugeben. Gisin und Gut-Berahmi bspw. ist durchaus zuzutrauen, dass sie in den Speeddisziplinen noch weiter nach vorne fahren. Deshalb mal abwarten...und sonst wäre es auch kein Weltuntergang, wenn die Schweiz wieder "nur" 2. wird im Nationencup.
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    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Naja, es war natürlich schon ziemlich belustigend, dass Sie überhaupt eine Zeit lang daran geglaubt haben ;-))

      Aaufgrund der Breite im ÖSV-Team ist es schon speziell dass nach der Nordamerika - Tour die CH-Männer noch vorne liegen.
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    3. Antwort von René Ruf  (RenéR)
      @Fridolin Rolfö Stephanie Brunner und auch Bernadette Schild werden in dieser Saison keine WC-Rennen mehr bestreiten können.
      @Beat Reuteler Bei den ÖSV-Herren ist die Breite in den technischen Disziplinen aktuell nicht sehr gross.
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    4. Antwort von Lionel Werren  (Der Klartexter)
      Immerhin 2. Platz! Das wäre schon ein Erfolg, sah in den letzten Jahren schon ganz anders aus!
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
    Die Österreichischen Herren haben Nachwuchsprobleme ncht nur bei den Techniker, auch bei den Speedfahrer sehe ich kein Team. Erschreckend schwach ist das Schweizer Damen Team die im nur aus 3 Top Fahrerinnen besteht. Wenn man die Leistungen noch von Weirather beizieht muss man den Trainerstab in Frage stellen. Viele Junge stagnieren oder haben sich verschlechtert. Bei einen Teilnehmerfeld von nicht mal 50 Fahrerinnen kann man Punkte erwarten.Die Mehrheit ist aber nicht mal in den ersten 50%.
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