Frauen schreiben Reformationsgeschichte

Ausgerechnet reformierte Forscherinnen präsentieren eine neue kritische Sicht auf die Reformation. Die habe Frauen nicht zwangsläufig mehr Bildung und Selbstbestimmung gebracht.

Vier Autorinnen haben vier Jahre lang geforscht. So gelangten sie zu einer vollkommen neuen Sicht auf die Zürcher Reformation: In deren Mittelpunkt steht die Äbtissin Katharina von Zimmern. Die reiche und mächtige Fraumünster-Äbtissin verhalf mit der Übergabe ihres Klosters der Reformation wesentlich zum Durchbruch. Diese Szene schaffte es bereits in den neuesten Zwinglifilm. Wie schillernd Katharina von Zimmern aber wirklich war, dass sie auch aus Liebe zu einem Mann gehandelt haben mag und dass sie Töchter hatte, all das kommt erst heute ans Licht.
Buchtipp: Christine Christ-von Wedel: Die Äbtissin, der Söldnerführer und ihre Töchter. Katharina von Zimmern im politischen Spannungsfeld der Reformationszeit. Unter Mitarbeit von Irene Gysel, Jeanne Pestalozzi und Marlis Stähli, TVZ, Zürich 2019.

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Re-Missionierung der Kirchen

Den ganzen Monat Oktober hat die römisch-katholische Kirche als einen Missionsmonat ausgerufen. Alle Getauften sollen an ihren Glauben erinnert werden. Und sie sollen Ihr Christsein auch nach aussen deutlicher vertreten. Ist das eine Missionskampagne?

Autorin: Judith Wipfler

Glocken der Heimat von der evangelisch-reformierten Kirche in Oberuzwil (SG)

Redaktion: Kathrin Ueltschi