Neue Tinte für den Drucker – Original oder von Dritten?

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Druckertinte gehört zu den teuersten Flüssigkeiten der Welt, kostet auf den Liter gerechnet mehr als edles Parfum oder Champagner. Aber lohnt es sich, beim Nachkaufen immer zu den Patronen des Originalherstellers zu greifen?

Soll man Druckertinte selber nachfüllen?
Bildlegende: Soll man Druckertinte selber nachfüllen? Colourbox

Die Herstellung einer Tintenpatrone für den Drucker kostet kaum mehr als 30 Rappen. Im Handel multipliziert sich der Preis aber auf das hundertfache oder noch mehr. Ausser man greift zu den Patronen von Drittherstellern, die oft nur die Hälfte oder noch weniger als das Original kosten.

Doch wie steht es um die Qualität der Tinte von Fremdanbietern? Die deutsche Stiftung Warentest hat Druckerpatronen getestet und stellt fest, dass auch einige Billigtinten überzeugen können. Allerdings nicht für jeden Drucker. Und: In manchen Fällen kostet die vermeintliche Billigtinte sogar mehr als die des Druckerherstellers.

Kommt dazu, dass einige Hersteller die Verwendung der Tinte von Fremdanbietern mit technischen Tricks zu verhindern versuchen. Beim Einsetzen der Patrone verweigert der Drucker dann seinen Dienst oder lässt sich nur mit zusätzlichen Hilfsmitteln oder einem Eingriff ins Service-Menu wieder gebrauchen.

Wer zur Billigtinte greift sollte sich deshalb vorab gut informieren, ob die Patrone tatsächlich mit dem Drucker zusammenspielt und wie gut das Druckergebnis ist. Das kann man zum Beispiel mit Testberichten im Internet tun. Gute Anbieter von Fremdtinte zeigen auf ihren Seiten auch an, bei welchen Patronen es Einschränkungen gibt und für welche Drucker nur Originalprodukte funktionieren.

Mit Drittprodukten lässt nicht nur bei Tintenstrahldruckern Geld sparen. Auch für Laserdrucker gibt es nachgebaute Toner, die zum Teil deutlich weniger kosten als die Angebote der Druckerhersteller. Und wie bei den Patronen der Tintenstrahldrucker besteht die Möglichkeit, den Toner selbst nachzufüllen oder einen von Dritten neu befüllten Toner zu kaufen.

Allerdings braucht es je nach Druckertyp beim selbst Befüllen einiges Geschick und unter Umständen verhindert der Drucker danach den Gebrauch der Patrone oder des Toners. Und einige Tintenpatronen sind von Hersteller so gebaut, dass sie sich gar nicht erst nachfüllen lassen.

Tintenpatronen und Toner sind im Übrigen so teuer, weil die Hersteller damit ihre billigen Drucker quersubventionieren. Dieselbe Strategie kennt man zum Beispiel auch bei Rasierklingen, wo der eigentliche Rasierer fast gratis angeboten wird, die Klingen danach aber teuer zu stehen kommen.

Autor/in: Juerg Tschirren, SRF Digital