Die Antibiotikakrise: Droht bereits die «post-antibiotische Ära»?

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Könnten antibiotikaresistente Keime schon bald zur Todesursache Nr. 1 werden? «Puls» zeigt Experten auf globaler Spurensuche: Ärzte, die dagegen ankämpfen, Wissenschaftler, die aufbegehren und Diplomaten, die konkrete Lösungen fordern. Das Porträt einer zunehmend unkontrollierbaren Krise.

Der Erfolg

Seit 80 Jahren werden Antibiotika gegen bakterielle Infektionen mit grossem Erfolg eingesetzt. Sie haben eine neue Ära in der Medizin eingeläutet. Gegen Lungenentzündungen und Tuberkulose, aber auch nach Operationen oder banalen Infektionen steht seither eine wirksame Behandlung zur Verfügung.

Das Problem

Nachdem sich gegen das Penicillin als erstem Antibiotikum mit zunehmendem Einsatz immer häufiger Resistenzen bildeten, mussten nicht nur die Penicilline verbessert und in ihrem Wirkungsspektrum erweitert werden, es wurden auch ganz neue Antibiotikaklassen entwickelt.

Mittlerweile sind über zehn völlig unterschiedliche Wirkstoffgruppen als Antibiotika im Einsatz. Doch auch gegen diese fanden die Bakterien wirksame Strategien und – schlimmer noch – immer häufiger waren sie nicht nur gegen eines der Antibiotika unempfindlich, sondern gleich gegen mehrere oder gar alle.

Die Krise

Besonders durch den breiten Einsatz in der Humanmedizin und in der Tiermast verbreiten sich die Resistenzen unkontrolliert und weltweit.

Längst wird das auch von der WHO als eines der wichtigsten globalen Probleme anerkannt. Die Gefahr aber vollzieht sich schleichend, wird kaum als Bedrohung erfahren.

Durch nationale und punktuelle Massnahmen lässt sich das Problem der wirkungslosen Antibiotika kaum noch aufhalten. Es droht die «post-antibiotische Ära».

Die «Resistance Fighters»

In diesem Film wurden Wissenschaftler rund um den Globus begleitet, die den Ursachen und Mechanismen der sich verbreitenden Resistenzen nachspüren und zu erklären versuchen, warum Medizin, Landwirtschaft, Politik und Pharmaindustrie ohnmächtig scheinen. Das Porträt einer zunehmend unkontrollierbaren Krise.

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