Künste im Gespräch – Musikgeschichte und (Musik-)Geschichten

  • Donnerstag, 10. Januar 2019, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 10. Januar 2019, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 10. Januar 2019, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Einblick in die Geschichten von Pflegebedürftigen in der Westschweiz gibt der Dokumentarfilm «À l'école des philosophes». Eindrücke von der Musiklandschaft Afrikas zeigt eine Reportage. Ansichten einer Queer-feministischen Rapperin aus Schweden verschafft das Norient Musikfilm Festival.

Wie funktioniert die Einschulung von geistig beinträchtigten Kindern? Das wollte der Westschweizer Dokumentarfilmer Fernand Melgar wissen. Er hat während anderthalb Jahren für seinen Film «À l'école des philosophes» eine Schulklasse für pflegebedürftige Kinder in Yverdon begleitet. Er porträtiert Schülerinnen, Schüler, ihre Eltern und die intensive Arbeit der Lehrerschaft.

Viele Künstlerinnen und Künstler aus den ehemaligen französischen Kolonien ziehen nach Paris und beginnen von dort aus ihre internationalen Karrieren. Auch europäische Festivals wie die Weltmusikmesse WOMEX galten bislang für viele als Sprungbrett. Mit der Folge, dass afrikanische Musik häufig nach europäischen Massstäben und Hörgewohnheiten beurteilt wurde. Seit ein paar Jahren sind jedoch deutliche Veränderungen im Gange. Noch hat Afrikas Musikkultur mit vielen Problemen zu kämpfen, doch der Wunsch nach Selbstbestimmung nimmt bemerkenswerte Formen an.

Das Norient Musikfilm Festival zeigt in seiner 9. Ausgabe in Bern, St. Gallen und Lausanne 14 Filme zu Tanz, Liebe, Tradition, Futurismus, Migration und Krieg aus aller Welt. Einer davon widmet sich der Rapperin Silvana Imam. Die queer-feministische Schwedin mit litauisch-syrischen Wurzeln spricht für eine junge Generation, die sich gegen gängige Geschlechternormen auflehnt und den Rassismus bekämpft. Der Dokumentarfilm «Silvana – eine Pop-Love-Story» erzählt ihre Geschichte.

Beiträge

  • Fernand Melgar zeigt Intimes aus einer Sonderschule

    18 Monate lang hat der Westschweizer Dokumentarfilmer Fernand Melgar für seinen Film «À l'école des philosophes» eine Schulklasse für pflegebedürftige Kinder in Yverdon begleitet.

    Er porträtiert fünf Kinder und ihre Eltern, deren Leben sich seit der Geburt der Sprösslinge radikal verändert hat. Und er schildert die aufreibende Arbeit des Lehrpersonals. Behutsam wird eingefangen, wie die Kids – manchmal entgegen ärztlicher Prognosen – Fortschritte machen. Die Stärke des Volks misst sich am Wohl der Schwachen, lautet Melgars Botschaft: Und so steht es auch in der Schweizer Verfassung.

    Georges Wyrsch

  • Afrikas Musiklandschaft emanzipiert sich von Europa

    Paris gilt nach wie vor als «Musikhauptstadt» Afrikas: Die Stadt bietet Künstlerinnen und Künstlern aus den ehemaligen französischen Kolonien die Infrastruktur für eine internationale Karriere. Deswegen verlassen viele Talente ihre Länder.

    Noch kämpft Afrikas Musikkultur mit Problemen, doch der Wunsch nach Selbstbestimmung nimmt Formen an: das marokkanische Festival «Visa for Music» präsentiert jedes Jahr musikalische Entdeckungen aus afrikanischen Ländern. Nigerianische Rapper und junge Bands aus allen Ecken Afrikas schaffen eine neue Festivallandschaft für ein kulturhungriges Publikum.

    Dagmar Golle

  • Rapperin Silvana Imam: «Thank God I’m homo»

    Für viele ihrer Fans ist Silvana Imam eine Superheldin: Die schwedische Rapperin Silvana Imam mit litauisch-syrischen Wurzeln spricht für eine junge Generation, die sich gegen gängige Geschlechternormen auflehnt und den Rassismus bekämpft.

    Der Dokumentarfilm «Silvana – eine Pop-Love-Story» zeigt den Aufstieg der queer-feministischen Musikerin aus dem Underground zur gefeierten Hip-Hop-Queen - überraschende Liebesgeschichte inklusive.

    Der Film ist einer von 14 Filmen, welche das 9. Norient Musikfilm Festival ab dem 10. Januar in Bern, St. Gallen und Lausanne zeigt.

    Elisabeth Baureithel

Autor/in: Georges Wyrsch, Dagmar Golle, Elisabeth Baureithel, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Noëmi Gradwohl