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Sanagate zieht Kostengutsprache am Abend vor OP zurück
Aus Espresso vom 17.12.2018.
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Unzuverlässige Krankenkasse Sanagate zieht Kostengutsprache am Abend vor der OP zurück

Die Kostengutsprache liegt schriftlich und mündlich vor. Doch am Abend vor der OP kommt die Absage der Krankenkasse.

Wie vom Blitz getroffen ist die junge Mutter, als sie am Abend vor ihrer Bauch-Operation die Absage durch die Krankenkasse Sanagate erhält. Dies, nachdem sie bereits zwei Monate früher die schriftliche und mündliche Zusage für eine Kostenübernahme vorliegen hatte für die Entfernung einer Fettschürze am Bauch.

Der Frau war früher wegen starkem Übergewicht ein Magenbypass eingesetzt worden. In der Folge nahm sie über 60 Kilo ab. Zurück blieb die überschüssige Haut am Bauch, welche sie nun operativ entfernen lassen wollte.

Sanagate: «Uns ist ein Fehler passiert»

Die Krankenkasse Sanagate gibt gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» unumwunden zu: «Es ist uns ein Fehler unterlaufen, der uns nicht hätte passieren dürfen. Dazu ist es gekommen, weil wir die Diagnose nicht anschauten und voreilig die Kostengutsprache erteilten.»

Tatsächlich hatten Sachbearbeiter den Fall zuerst beurteilt und der Frau und dem Spital schriftlich mitgeteilt, dass die Kostengutsprache gutgeheissen wurde. Auch auf telefonische Nachfrage der Patientin gab es grünes Licht für die Operation. Der Patientin war bewusst, dass die Entfernung einer Fettschürze nicht zu den Pflichtleistungen der Krankenkasse gehören. Umso mehr hat sie sich über die Zusage gefreut.

Vorbereitungen für die Operation

Mit dem Operationstermin am Kantonsspital Olten gingen mehrere Termine und Vorbereitungen einher. Narkosegespräch, Blutuntersuchung, eine Eiseninfusion und Anpassen eines Mieders für die Wundheilung nach der Operation. Und schliesslich konnte der Ehemann der Patientin seine Ferien verschieben, um für die kleine Tochter da zu sein, wenn die Mutter im Spital ist.

Alles war eingefädelt. Und dann, drei Arbeitstage vor dem Operationstermin und zwei Monate nach der Kostengutsprache schreibt Sanagate in einem Brief, man könne die Kostengutsprache nicht erteilen. Der vertrauensärztliche Dienst habe aufgrund der Unterlagen so entschieden und: «Wir bauen auf Ihr Verständnis.» Die OP wurde darauf umgehend abgesagt.

Sanagate zahlt Mieder

Hat die junge Frau nun einfach Pech gehabt? Was die Operation angeht, wahrscheinlich ja. Sie müsste die rund 15'000 Franken aus dem eigenen Sack bezahlen, und das kommt für sie nicht in Frage. Das massgefertigte Mieder hat sie 160 Franken gekostet.

Sanagate verspricht, diese Kosten zu übernehmen. Und Sanagate will einen allfälligen Lohnausfall des Ehemannes übernehmen, wenn er nachweisen könne, dass eine kurzfristige Änderung im Dienstplan nicht möglich war und er nun vergeblich Ferien beziehen musste.

Wieviel Verlass ist auf eine Kostengutsprache?

Nach dieser Geschichte stellt sich grundsätzlich die Frage: Wieviel ist eine schriftliche Kostengutsprache wert, wenn darauf kein Verlass ist? Sanagate rät: «Generell gilt, Kostengutsprachen sind verbindlich. Wer sich zusätzlich absichern will, soll telefonisch Kontakt aufnehmen, die Diagnose nennen und sich die Kostengutsprache noch einmal bestätigen lassen.

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