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«Zwanzig auf Selsky» von Patrick Findeis – Premiere
Aus Krimi vom 19.03.2020.
abspielen. Laufzeit 01:41:11 Minuten.
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Hörspiel Wer war das Opfer?

Yulia Kirschs Leiche wird an einem Kanal gefunden, in Berlin. Kommissar Kovac treibt nicht nur die Frage um: Wer ist der Mörder? Sondern mehr und mehr auch: Wer war das Opfer? Wer war Yulia?

Die Fakten: Yulia Kirsch kam aus Russland nach Berlin. War intelligent und talentiert, absolvierte ein Praktikum als Journalistin, bis sie gefeuert wurde. Hatte ein Kind, war alleinerziehend und Alkoholikerin. Hat in einem Spielcasino gearbeitet. Aber lassen wir doch die Tatverdächtigen zu Wort kommen:

1. Der Ex-Freund

Ich hab ihr erzählt von meinem Bunker, verstärkte Tür, versteckter Eingang, gefilterte Lüftung, Regale mit Vorräten, Panzerkekse, Konserven, Batterien, Wasseraufbereitungstabletten. Dass da Platz ist für zwei Feldbetten. Sie hat nicht gelacht wie die Frauen, die ich davor hatte. Sie hat mich lange angeschaut und sich eine Zigarette angebrannt. Dann hat sie mir einen Krümel vom Revers geschnippt. Sie hatte gerade Feierabend. Im Automatencasino. Und ich hab gedacht, die lass ich nicht mehr gehen.
Autor: SelskyEx-Freund

2. Der Chef

Yulia war ja auch so. Wie die mich manchmal angeschaut hat. Das war aber so bei ihr, unbewusst. Die braucht immer die Liebe von allen. Auch wenn die falsch war, die Typen hier nur geil waren, die werden ja von ihren Frauen nicht mehr angeschaut zu Hause, wenn sie noch eine haben… sind ja immer hier jede freie Minute oder in einem der anderen Casinos… wenn Yulia Schicht hatte, war immer gut was los… Mann, Mann, ich wär Vater von hundert Kindern von ihr geworden… wär keines zu viel gewesen…
Autor: ÖmerSpielhallen-Besitzer

3. Der Ex-Kollege – und ehmalige Liebhaber

Ich bin zu meinem damaligen Chefredakteur, als ich mitbekommen habe, dass die überlegen, Yulia in die Redaktion zu holen. Ich habe nicht groß nachgedacht. Ich hätte das nicht gekonnt. Ich hatte eine solche Angst auf ein Mal, dass alles den Bach runtergeht. Ich wollte ja bei meiner Frau bleiben, der Kleine noch so klein, und wir wollten ja noch eins. Sie war ja längst keine Option mehr. Die paar Monate während des Volontariats, ja. Dann? War doch nix. War doch nur… mehr nicht... Ich bin zum Chefredakteur und hab ihm gesagt, dass es schon zum Streit gekommen ist wegen ihr, dass sie alle Kollegen angebaggert hat. Da bin ich heute nicht stolz drauf auf die Lügen. Ich hab nur gehofft, ich seh sie nie wieder.
Autor: HeimannJournalist

4. Die Pflegemutter von Yulias Kind

Als die Kandulski vom Jugendamt uns den Yanik gezeigt hat. So klein und dünn. Fetale Alkoholspektrum Störung. Da hab ich alles verfluchen müssen den Moment. In meinen sechs Monaten Schwangerschaft hab ich alles gemacht, was man machen muss und noch mehr, um dem Kind nicht zu schaden, um der Schwangerschaft nicht zu schaden. Und die hat gesoffen und gehurt und gequalmt und sonst was und dem Hosenmatz das angetan, dass er nur ein halbe Portion ist, weiß wie Tapetenkleister vor sich hingrient. Die Kandulski und einer von der Fürsorge kamen mit ihm zu uns. Seine Kuscheldecke mit den Tigern legt sie auf den Boden und setzt ihn drauf. Kann sich kaum aufrecht halten mit seinen neun Monaten. Und eine Träne läuft ihm aus dem Auge. Eine einzelne Träne, einfach so. Das war das einsamste Wesen, das ich je gesehen habe. Den geb ich nicht mehr her, hab ich gedacht, den geb ich nicht mehr her.
Autor: Mandy BautznerPflegemutter

Und damit ist noch lange nicht Schluss. Wer Yulia Kirsch wirklich war, das erfährt man im Krimi «Zwanzig auf Selsky» von Patrick Findeis. Und was es mit dem Titel auf sich hat. Und natürlich auch, wer denn nun eigentlich der Täter ist!

P.S.

Wer sich dafür interessiert, wie dieser ziemlich besondere Radio-Krimi endstanden ist, für den gibt es ein Gespräch mit Regisseur Mark Ginzler, grad im Anschluss an das Hörspiel, und zwar im Krimi-Podcast. Und hier sind noch ein paar Bilder aus dem Tatort Hörspielstudio:

Bis bald im Krimi-Podcast!

hoell