Die Welt, die Familie – und ich

Ein Dorf, in dem nur noch dreizehn Menschen leben, graue Bienen – und ein schwarzes Schaf. Das sind unter anderem die Zutaten des Literatur-Menüs diese Woche. Drei Romane, die mit ihren Geschichten eine grosse Palette abdecken. Von der Welt bis zum Mikrokosmos.

Porträt von Pascale Kramer
Bildlegende: Pascale Kramer: Chronistin des Intimen (Bild: Corinne Stoll)

Für seinen Roman «Herkunft» hat der bosnische Autor Saša Stanišic den Deutschen Buchpreis 2019 bekommen. Er erzählt darin von seiner Flucht vor dem Krieg in Bosnien als Vierzehnjähriger, von seiner Ankunft in Deutschland, verbunden mit dem Blick auf seine Herkunft. Annette König ist berührt von der besonderen, persönlichen Sprache des Autors.

Luzia Stettler bringt den neuesten Roman der gebürtigen Westschweizerin Pascale Kramer mit: «Eine Familie». Die «Chronistin des Intimen», wie man Kramer auch schon bezeichnet hat, zeigt darin die unsichtbaren Risse auf, die quer durch Familien gehen können.

Die grösste Verliererin in Kriegen ist die Zivilbevölkerung. Von ihrem Los erzählt der neue Roman «Graue Bienen» des ukrainischen Schriftstellers Andrej Kurkow. Felix Münger hat dieses Buch für den Literaturstammtisch ausgewählt. Es berichtet eindringlich und stellvertretend für zahllose Vergessene von einem einfachen Bienenzüchter im Osten der Ukraine, der ohne eigenes Zutun zwischen die Fronten von Regierungsarmee und Separatisten geraten ist.

Am Literaturstammtisch diskutieren: Annette König, Luzia Stettler und Felix Münger. Gastgeberin ist Britta Spichiger.

Buchhinweise: 
Saša Stanišic. Herkunft. Luchterhand, 2019.
Pascale Kramer. Eine Familie. Rotpunkt, 2019.
Andrej Kurkow. Graue Bienen. Diogenes, 2019.

Autor/in: Britta Spichiger