Zum Inhalt springen

Header

Audio
Bei Peter Ochnser im Sortengarten
abspielen. Laufzeit 03:53 Minuten.
Inhalt

Alte Pflanzensorten Eine Leidenschaft für fast vergessenes Gemüse

Peter Ochsner zieht und vermehrt in seinem Garten oberhalb von Heiden über hundert verschiedene alte Gemüsesorten, Beeren, Getreide und Blumen. Er vermehrt das Saatgut dieser seltenen Pflanzen und möchte sie wieder unter die Leute bringen.

«Herkömmliche Saatgutfirmen setzten mit der Zeit mehr auf Quantität als auf Diversität. So gehen weniger ertragreiche Sorten verloren», ist Peter Ochsner überzeugt.

Der gelernte Landschaftsgärtner und Landschaftsarchitekt möchte deshalb vor allem verschiedene und in Vergessenheit geratene Gemüse und Zierpflanzen wieder vermehren. Seit rund 20 Jahren widmet er sich dieser Aufgabe in seinem Garten auf 920 Metern über Meer im Appenzellerland.

Alte, einheimische Sorten sind robust und an die Bedingungen bei uns angepasst
Autor: Peter OchsnerGärtner

Patin oder Pate werden

Peter Ochsner verkauft sein gewonnenes Saatgut online und an Märkten. Um sein Projekt zu finanzieren, ist er aber auch auf Gönnerinnen und Gönner angewiesen. Für 150 Franken wird man Gotte oder Götti einer Sorte und bekommt als Gegenleistung Saatgut der Pflanze.

Auf SRF Musikwelle stellen wir in einer Serie jede Woche eine dieser speziellen alten Sorten vor.

Alte Gemüsesorten

  • Ewiger Kohl

    Der Ewige Kohl ist ein Gemüse, das man für immer hat, wenn es denn nicht den Mäusen zum Opfer fällt. Daher auch der Name. Er ist ein Halbstrauch, hat grüne, gezackte und handgrosse Blätter und ist immergrün. Man kann sogar im Winter Blätter ernten. Diese können roh oder gekocht gegessen werden. In rohem Zustand enthalten sie mehr gesunde Inhaltsstoffe.

  • Meerkohl

    Der Meerkohl ist eine Kohlart, die gerne sandigen Boden hat und sehr robust ist. Er ist mehrjährig. Im Winter zieht er seine Blätter ein und erscheint im Frühling wieder, deshalb kann er früh geerntet werden. Die Blätter können roh im Salat genossen, aber auch gekocht werden. Stülpt man einen Eimer über den Kohl, werden die Blätter bleich und sind daher weniger herb. Speziell sind die runden Samenkapseln des Meerkohls, die schwimmen, wenn sie ins Meer fallen. So verbreitet sich der Meerkohl in der Gegend, aus der er kommt.

  • Erdnussrucola

    Der Erdnussrucola ist etwa einen halben Meter hoch. Rucola ist einfach im Anbau, er kann im Frühling, Sommer und im Herbst gesät werden. Dieser Erdnussrucola schmeckt ein wenige nach Erdnüsschen, daher der Name. Peter Ochsner erntet auch während der Blüte. Die Blüten erfreuen gleichzeitig das Auge des Betrachters, aber auch Insekten und Schmetterlinge.

  • Indischer Senf

    Der Indische Senf ist ein Blattgemüse, das primär roh im Salat gegessen wird. Er wird etwa 50 cm hoch und hat leuchtend gelbe Blüten. Indischer Senf ist sehr robust und winterhart. Er kann also auch im Herbst gesät und im Winter geerntet werden. Ausserdem entwickelt er viele Blätter, ist unkompliziert im Anbau und vor allem auch schön anzuschauen.