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SNB hält an ihrer Anlagestrategie fest
Aus HeuteMorgen vom 15.11.2019.
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Umstrittene Geldanlagen SNB-Direktorin: «Nicht unsere Aufgabe, Klimapolitik zu machen»

Die Schweizerische Nationalbank ist nicht bereit, auf Aktien aus dem Öl- und Gassektor zu verzichten.

Rund 20 Prozent der Kapitalanlagen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) stecken heute in Aktien. Aktien aus allen Industrien – und das bleibe vorerst auch so, sagte der stellvertretende SNB-Direktor Thomas Moser am Donnerstag an einem Vortrag in Genf.

Die SNB wird damit weiterhin Geld in Aktien von Erdölfirmen wie Exxon Mobil oder Chevron investieren. Ausgeschlossen aus dem SNB-Anlage-Universum sind seit 2013 nur Aktien von Firmen, die grundlegende Menschenrechte massiv verletzen oder systematisch gravierende Umweltschäden verursachen.

Fracking-Anlage der Firma Chevron
Legende: 150 Milliarden Franken hält die SNB in Aktien. Sie investiert unter anderem in den amerikanischen Ölförderer Chevron: Fracking-Anlage der Firma in Texas, USA. Reuters

Andere Notenbanken der Welt und auch viele Versicherungen und Pensionskassen sind daran, fossile Energieträger aus ihren Depots zu verbannen. Die SNB hingegen wolle fossile Energieträger nicht aus dem Portefeuille streichen, weil es nicht Aufgabe der SNB sei, Klimapolitik zu machen, ergänzte SNB-Direktorin Andréa Maechler.

Mantra: SNB ist Preisstabilität und Geldpolitik verpflichtet

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Die SNB sagte am Donnerstag wiederholt, Umwelt- und Sozialpolitik liege nicht in ihrer Kompetenz. Sie sei Preisstabilität und Geldpolitik verpflichtet. Zudem wähle die SNB ihre Aktien nicht aktiv aus und habe darum auch keine schwarze Liste mit Klimasündern.

Es gibt mutigere Beispiele: So hat die Schwedische Notenbank in der Nacht auf Freitag angekündigt, die Staatsanleihen von Kanada und Australien aus dem Depot zu werfen, weil die Länder zu wenig klimafreundlich seien. Die Investitionsbank der EU wiederum will die Förderung von Kohle und Gas ab Ende 2021 noch stärker als heute einschränken.

Grüne Wende von innen?

Die SNB kann sich auf den Standpunkt stellen, dass nur, wer in solche Rohstofffirmen investiere, die grüne Wende von innen herbeiführen kann und die Welt noch viele Jahre fossile Energie brauchen wird.

Interessant wird sein, wie das neue, deutlich grünere Parlament auf die Anlagepolitik der SNB reagiert. So ist etwa eine Motion der Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran aus dem Jahr 2018 hängig, die von der SNB eine Anlagepolitik fordert, welche mit dem Pariser Klimaschutz-Abkommen vereinbar ist.

Zudem dürfe die Anlagepolitik der SNB die Preise an den Märkten nicht beeinflussen. Genau das aber würde geschehen, wenn die SNB stärker auf umweltverträgliche Anlagen setzen würde und diese aus geldpolitischen Gründen plötzlich schnell verkaufen müsste.

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142 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Heinimann  (uh4000)
    Alle welche ein Auto fahren, sei es Benzin oder Diesel oder in der Natur draussen auf einem Gaskocher ein Fondue zubereiten, unterstützen ebenso die Erdöl- und Gasindustrie. Dabei die SNB wegen ihrer Investitionspolitik zu kritisieren, grenzt an Heuchlerei.
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  • Kommentar von Matthias Kessler  (TichuPotter)
    Nicht unsere Aufgabe...
    An solchen Aussagen sieht man, dass es keinen Deut besser wird, wenn mehr Frauen in diesen Positionen vertreten sind. Macht- und Geldgier sind unabhängig vom Geschlecht. Aber man gilt ja heutzutage bereits als Vorzeigeunternehmen, wenn Genderquoten erreicht werden, Leistungsausweis und Fachkenntnisse interessieren nicht mehr (siehe Artikel zu Ruag).
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  • Kommentar von Reto Albertini  (Reto Albertini)
    Habe gemeint die SNB gehört den Schweizern? Bei den Wahlen haben diese klar zum Ausdruck gebracht, dass ihnen das Klima wichtig ist. Die gemachte Aussage ist nicht zu verstehen und nicht nachvollziehbar.
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