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«Die Grundlagen dieser Rechnung sind hanebüchen»
Aus News-Clip vom 03.01.2019.
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Streit um ökonomischen Wert Was bringt uns die Landwirtschaft?

Abschliessend beantworten lässt sich diese Frage nicht. Versucht wird es trotzdem.

Zu den lebendigen Klängen eines Schwyzerörgeli-Quintetts eröffnete der Schweizer Bauernverband seine jährliche Medienkonferenz. Im Zentrum stand der ökonomische Stellenwert der Landwirtschaft.

Im Bruttoinlandprodukt (BIP) macht die Landwirtschaft in der Schweiz 0,6 Prozent aus. Wirtschaftlich gesehen spielt sie also eine kleine Rolle. Dem Schweizer Bauernverband greift die BIP-Zahl allerdings zu kurz, um den gesellschaftlichen Nutzen der Landwirtschaft zu beziffern, wie er im Bericht «Wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft» festhält.

Nicht berücksichtigt würden sogenannte Koppelprodukte, «die am Markt keinen Preis, aber sehr wohl einen Wert haben». Darunter fallen die Kulturlandpflege oder die Förderung der Biodiversität. Würden die Schweizer Bauern und Bäuerinnen diese Leistungen durch ihre tägliche Arbeit nicht erbringen, müsste der Bund diese teuer einkaufen.

6,2 Milliarden für Landschaftspflege

Der Verband rechnet vor: Die Pflege der Kulturlandschaft würde sich auf 6,2 Milliarden Franken aufsummieren. Er geht dabei von den jährlichen Kosten des Bundes für die Pflege von Grünräumen entlang der Nationalstrassen aus. «Die Grundlagen dieser Rechnung sind hanebüchen», sagt Patrick Dümmler, Forschungsleiter Offene Schweiz bei Avenir Suisse. Gemäss der liberalen Denkfabrik würden sich diese Kosten lediglich zwischen 1,2 und 1,6 Milliarden Franken bewegen.

Dazu komme, dass der Bauernverband sich vorwiegend auf die Sonnenseiten fokussiere. Die Schattenseiten der Landwirtschaft würden nicht angesprochen. Darunter fallen laut Dümmler Mehrkosten für teurere Schweizer Produkte oder Subventionen.

Zeit, alte Strukturen aufzubrechen

Die Daseinsberechtigung des Primärsektors bestreitet Dümmler nicht. Es sei aber an der Zeit, bestehende Strukturen aufzubrechen. Bauern müssten sich auf Nischenprodukte konzentrieren, welche am Markt wettbewerbsfähig seien. Darunter könnte auch die Pflege der Kulturlandschaft fallen, welche entsprechend abgegolten würde.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Möchte noch dies nachschieben: Kommt mir vor wie bei unseren beiden Büssis: Solange der Napf voll ist, befassen sie sich nicht mit dem Fressen. Wehe aber, wenn sie Hunger haben und nichts zu finden ist, dann geht das Theater los. Wäre mit den Zweibeinern einmal ein Versuch wert, würde wohl nicht schaden. Vermutlich würden die Kommentare anders ausfallen. Gellet!
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    1. Antwort von Roman Loser  (Jessica)
      Genau! Beschämend wie Lebensmittel eingestuft wird! WC Papier produziert wohl mehr BIP!
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Bis dato hatte ich dieses Forum immer verteidigt unter dem Attribut "überdurchschnittliche Intelligenz inkl gesunder Menschen erstand". Nun muss ich mich korrigieren: Soviel Blödsinn und Arroganz in nur 17 Kommentaren habe ich selten gelesen. Klar ist die Frage hochkomplex. Aber Leute, habt Ihr auch schon Milch getrunken, Fleisch und Salat gegessen, Kirschen, Erdbeeren, Trauben und Äpfel genossen? Ach nee - kommt alles aus dem Ausland mit Dieselmotoren transportiert - und, ah ja CO2!! ???
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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Ökologie vs Ökonomie. Förderung der Biodiversität wird ja abgegolten. Würde sie es nicht mehr, wäre es aus mit Ökoausgleichsflächen, denn man wird kaum einen Bauern finden, der sich freiwillig für die Natur bemüht. Das beweist, Bauern sehen diese Flächen nicht als Förderung ihrer Nützlinge wie Vögel, Wildbienen, Tagfalter uvam, sondern als Einkommensquelle. Sie kennen ihre Helfer idR gar nicht, geschweige denn deren Bedürfnisse, bemerken darum auch nicht, wenn es sie nicht mehr gibt.
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