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Frauenstreik in der ganzen Schweiz
Aus Tagesschau vom 14.06.2019.
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Zweiter Frauenstreik Lila Mobilmachung für die Gleichberechtigung

  • Laut ersten Einschätzungen haben am Schweizer Frauenstreik 2019 Hunderttausende teilgenommen.
  • In praktisch allen Städten und grösseren Gemeinden fanden Kundgebungen und Demonstrationsmärsche statt.
  • Mit viel Lärm, Transparenten und Aktionen forderten die Frauen gleich lange Spiesse im gesellschaftlichen, beruflichen und privaten Leben ein.

Bereits vor Beginn der Gross-Kundgebungen in den verschiedenen Landesteilen sei klar, dass sich am Frauenstreik 2019 Hunderttausende Frauen beteiligt haben, schrieb der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB am Freitagabend in einer ersten Einschätzung.

Riesige Menschenmassen in Bern und Zürich

Der grosse Auflauf führte in verschiedenen Städten zum Verkehrschaos. In Basel brach der Verkehr in der Innenstadt gemäss dem Korrespondenten der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am späten Nachmittag zusammen. Und auch in Zürich waren der Verkehr um den Hauptbahnhof lahmgelegt – mehrere Tram- und Buslinien mussten umgeleitet werden.

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Der Zürcher Frauenstreik zog Zehntausende an
Aus News-Clip vom 14.06.2019.
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Am Zürcher Demonstrationszug zogen mehrere zehntausend Frauen von Central bis Helvetiaplatz. Mehrere Demonstrantinnen hatten sich auf die Tramgleise beim Central gesetzt. An der Schlusskundgebung auf dem Zürcher Helvetiaplatz nahmen 70'000 Frauen teil.

Laut Polizei verliefen die Kundgebungen friedlich. Am Abend fuhr allerdings ein Personenwagen in die Umzugsroute. Meldungen über verletzte Personen liegen der Polizei aber nicht vor. Der Lenker des Fahrzeuges wurde festgenommen.

Der Bundesplatz überquoll

Viel los war auch auf dem Berner Bundesplatz. Dort verschafften sich um 11 Uhr tausende Frauen mit Pfannendeckeln, Hörnern, Trillerpfeifen, Rasseln und Rätschen Gehör. Insgesamt versammelten sich in Bern laut Angaben der Nachrichtenagentur Keystone-SDA etwa 40'000 Streikende.

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Gut 40'000 strömten in Bern in Richtung Bundesplatz
Aus News-Clip vom 14.06.2019.
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Gestreikt wurde auch im Nationalrat. Präsidentin Marina Carobbio (SP/TI) unterbrach die Sitzung für eine Viertelstunde und der Ratssaal leerte sich rasch. Viele Vertreter der SVP blieben indes auf ihren Plätzen sitzen. Auf dem Bundesplatz mischten sich Politikerinnen inklusive Bundesrätin Viola Amherd unter die Frauen. Sie wurden von der Menge lautstark begrüsst.

Parlamentarierinnen machten nur kurz Pause

Dass die Parlamentarierinnen nur eine kurze Zeit an der Kundgebung auf dem Bundesplatz teilnahmen, begründeten sie damit, dass sie die Männer im Bundeshaus nicht einfach abstimmen lassen wollten, wie Grünen-Präsidentin Regula Rytz sagte.

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Politikerinnen verlassen den Nationalratssaal
Aus News-Clip vom 14.06.2019.
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Einige Demonstrantinnen waren allerdings nicht ganz friedlich gestimmt und griffen Fotografen an. Die Stadtpolizei teilte zudem mit, dass die Blockade die Rettungsfahrzeuge behindere. Schliesslich beendeten die Demonstrantinnen die Blockade und zogen weiter. In Bern wurde eine Frau mit Kot beworfen.

Grösste Demo der jüngeren Geschichte

Die Organisatorinnen bezeichneten den zweiten Frauenstreik als grösste politische Demonstration der jüngeren Geschichte. Nach ihren Schätzungen dürften sich mehr Frauen beteiligt haben als 1991, wo es eine halbe Million waren. Auch vor 28 Jahren gab es einen grossen Aufmarsch auf dem Bundesplatz. Die Frauen blockierten die Zufahrt zum Bundeshaus, worauf ausländische Gäste der Regierung zu Fuss in Richtung roten Teppich gehen mussten.

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Aus dem Archiv: Bundesratsgäste werden ausgepfiffen (1991)
Aus News-Clip vom 14.06.2019.
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Der 14. Juni ist ein Schlüsseldatum für die Gleichstellung von Mann und Frau in der Schweiz. 1981 hiess das Volk den entsprechenden Verfassungsartikel gut. 1991, zehn Jahre später, legten eine halbe Million Frauen in der Schweiz die Arbeit nieder, angeführt von den Gewerkschaften.

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92 Kommentare

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  • Kommentar von Janine Zobrist  (Janine Zobrist)
    Ich möchte an dieser Stelle fest halten, dass ich mit dem zu Frieden bin was ich habe, und weniger ist mehr. Ich bin Gott mega dankbar was er mir gegeben hat.
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  • Kommentar von Steff Stemmer  (Steff)
    Eine gescheite Frau hat Millionen geborener Feinde: alle dummen Männer.

    (Marie von Ebner-Eschenbach)
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    1. Antwort von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
      DAS ist dumm... Meine Frau hat IQ 164.. der einzige Feind ist hoechstens sie selber... manchmal...

      Sprueche sind eben nur Sprueche ... auch die von Von Ebner...
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  • Kommentar von Hans Vogt  (HV)
    Weshalb spricht eigentlich niemand darüber, dass in der Schweiz Männer vom Gesetz diskriminiert werden: z.B. bei der Militärpflicht die nur für Männer gilt oder dass Frauen obwohl sie im Durchschnitt länger leben sogar 1 Jahr früher pensioniert werden dürfen laut diesem Männer diskriminierenden Gesetz. Die Witwenrente für Kinderlose gilt auch nur für Frauen. Es reicht! Männer vereint euch und streikt, damit in der Schweiz die Frauen nicht mehr Gesetzlich bessergestellt werden. #Maskulinismus
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    1. Antwort von Sam Brenner  (Sam Brenner)
      LOL genau. Den Streik möchte ich sehen
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    2. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Lieber Herr Vogt, Sie und alle anderen Männer, die nicht mit dem Frauenstreik klarkommen, sprechen seit Wochen über nichts anderes. Ja, wir Männer haben in manchen Bereichen Nachteile. Aber erstens haben diese Nachteile wir selber so gewollt (z.B. bei der Wehrpflicht) und zweitens nützt es nichts, in allen Online-Foren ständig rumjammern. Wenn Sie etwas ändern wollen, nutzen Sie unsere direktdemokratischen Möglichkeiten und bilden Sie demokratische Mehrheiten. Worauf warten Sie?
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    3. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Erstens sehe ich untenstehend ganz viele Kommentare diesbezüglich, von "niemand spricht darüber" kann also keine Rede sein. Zweitens geht der Artikel und der Frauenstreik eben um die Benachteiligung der Frauen und nicht um Befindlichkeiten von manchen Männern. Und drittens, los, "ab id hose"! Den Frauen fiel dieser Anlass auch nicht in den Schoss.
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    4. Antwort von Hans Vogt  (HV)
      Männer sind in der Schweiz gegenüber der Anzahl Frauen in der Minderheit (siehe BFS), weshalb z.B. eine Rentenaltergleichstellung vom Volk abgelehnt wurde und somit ist es schwierig Initiativen durchzubringen, welche die gesetzlichen Diskriminierung von Männer beseitigen. Deshalb streiken, damit Männer vor dem Gesetz gleich sind wie Frauen!
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    5. Antwort von Hans Vogt  (HV)
      In der Schweiz sind die Frauen in der Mehrheit (siehe BSF), weshalb es schwierig ist die gesetzliche Diskriminierung von Männern mit Initiativen zu beseitigen. Deshalb kann streiken helfen, damit die Minderheit Männer vor dem Gesetz gleichgestellt wird mit den Frauen.
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    6. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Hans Vogt, es spricht niemand darüber, weil FRAUEN-Streiktag ist, und nicht Männerstreiktag. Es geht heute nicht um die Anliegen der Männer!!
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