Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

SRF-User zum Frauenstreik «Streikende Frauen kämpfen für eine gerechtere Welt für alle»

Eine Mehrheit der SRF-User unterstützt den heutigen Frauenstreik. Es wird aber durchaus kontrovers diskutiert.

Tausende Frauen werden heute zum Frauenstreik schweizweit auf den Strassen erwartet. Sie demonstrieren für mehr Gleichberechtigung, für mehr Lohngerechtigkeit und aus zahlreichen weiteren Gründen.

Video
Aus dem Archiv: Frauenstreik – Wer kann teilnehmen?
Aus 10vor10 vom 04.06.2019.
abspielen

Wir haben die SRF-User vorab gefragt, ob sie den Frauenstreik für berechtigt halten. Die Tendenz der nicht repräsentativen Umfrage ist eindeutig: 55 Prozent der Umfrageteilnehmer finden, dass der Streik eine gute Sache sei. Mehr als ein Viertel der Befragten kann dem Streik nichts abgewinnen (27 Prozent), und knapp ein Fünftel der Teilnehmer (18 Prozent) hat zwar Verständnis für das Anliegen, hält den Streik aber für das falsche Mittel.

Männer dominieren die Diskussion

Zudem sind zahlreiche Kommentare zum Thema eingegangen – sowohl auf unserer Website als auch über unsere Social-Media-Kanäle. Dabei fällt auf: Kommentiert wird das Thema vor allem von Männern, das aber äusserst kontrovers.

Ein heiss diskutierter Punkt sind etwa die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen. Mehrere Kommentatoren ziehen die Zahlen des Bundesamtes für Statistik in Zweifel, wie etwa Daniel Bucher: Das Bundesamt berechne nur die hypothetische Berufserfahrung, schreibt er. «Das heisst Alter minus 15 Jahre – alles unabhängig von der effektiven Berufserfahrung.» Mit solchen Zahlen, so sein Vorwurf, kreiere man Lohnunterschiede und unerklärliche Differenzen, die so nicht existierten.

«Kein Grund, Frauen weniger zu bezahlen»

Andere Kommentatoren haben für die Anliegen der Frauen mehr Verständnis. «Es gibt gar keinen Grund, einer Frau weniger Lohn zu bezahlen», schreibt Daniele Röthenmund. Weniger Gehalt aufgrund von Schwangerschaft oder Kinderbetreuung könne er nicht akzeptieren, zumal sich Frauen in dieser Zeit andere zusätzliche Fähigkeiten aneigneten.

Es gibt gar keinen Grund, einer Frau weniger Lohn zu bezahlen.
Autor: Daniele RöthenmundSRF-Userin

Andrea Esslinger denkt über den heutigen Tag hinaus: «Streiken ist ein Anfang. Und danach Lohndiskriminierung vor Gericht konsequent einklagen», fordert sie.

Dass es beim Streik nicht nur um Lohngleichheit geht, betont Emil Hausheer. «Die streikenden Frauen kämpfen für eine gerechtere Welt für alle – das ist Feminismus», ist er überzeugt.

«Streiken sehe ich als den falschen Weg»

Einige User beschweren sich zudem darüber, dass Männer am Streik offenbar von einigen nicht erwünscht sind. «Das Gebaren gewisser Frauen rund um diesen Streik vertieft die Gräben zwischen Frau und Mann nur noch unnötig weiter», schreibt Georg Schneider. Es seien Flyer mit «Verhaltensregeln» für Männer während des Streiks im Umlauf, die nahelegten, dass Männer zu Hause bleiben sollten.

Streiken und für alles den Männern die Schuld geben, sehe ich als den falschen Weg.
Autor: Desirée KesslerSRF-Userin

Kritische Stimmen am Streik kommen derweil nicht nur von männlicher Seite. «Ich bin auch (...) für gleiche Chancen», betont etwa Desirée Kessler. «aber streiken und für alles den Männern die Schuld geben, sehe ich als den falschen Weg». Gerade bei freiwilliger häuslicher Pflege, so Kessler, müssten sich Frauen gegen ihre Männer behaupten – «wie soll man sie sonst ausserhalb des eigenen Hauses ernst nehmen?», fragt sie.

Der Frauenstreik – das zeigt diese exemplarische Auswahl an Kommentaren – ist ein emotionales Thema. Es bleibt abzuwarten, was die schweizweiten Aktionen von heute tatsächlich bewirken werden.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

46 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Laura Lüscher  (LaLü)
    Ich bin geschockt über gewisse Aussagen. Männer pfeifen mir regelmäßig nach, was ich als respektlos und erniedrigend empfinde. Nicht ergeht das anderen Frauen. Sexistische Werbungen gibt es (w. und m.).U.a. von Wallis Tourismus: was hat bitteschön eine Frau beim Stichwort "Sehnsucht" die sich durchs Gesicht streicht mit dem Wallis zu tun? Zwei Gründe und noch mehr (Elternzeit, Entlöhnung für Pflegearbeit von Angehörigen) für die es sich lohnt, auf die Strasse zu gehen und die Stimme zu erheben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Laura Lüscher  (LaLü)
      "Nicht ergeht das anderen Frauen".
      Korrektur: auch andere Frauen sind betroffen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Patric Huber  (Patric Huber)
    Für alle.... ?! Auf jeden Fall nicht für die tausenden Scheidungs-Väter welche mit Genuss und Hingabe von ihren Kindern entfremdet werden und zum Zahlvater reduziert werden. Solche Probleme wären wichtig aber werden nicht angesprochen weil viele Frauen grundsätzlich komische Ansichten gegenüber „allen“ Männern haben und Gleichberechtigung nur eine Floskel ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beatrice Fiechter  (thea)
    Von wegen Wohlstandsproblem! Das zeigt nur, wie schlecht, einseitig und voreingenommen sich gewisse Männer über das Thema Arbeit/Frau informieren. Ich sage nur: Für ca 5 Jahre zwischen "25-30" Jahren oder beliebig früher/später als Frau durchs Leben gehen: Arbeit, Geburt, Kindererziehung, Haushalt, Eltern....
    Nicht als Mann sich die Situation im Kopf vorstellen, sondern als Frau tagtäglich erleben! Ob die starken, allwissenden Männer, die sich hier melden, sich dann immer noch so äussern?!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen