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Legende: Audio Transparenz sei wichtig beim Evaluationsprozess, sagt Georg Mader. abspielen. Laufzeit 03:56 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 09.04.2019.
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Schweiz testet Kampfjets «Die Tests machen durchaus Sinn»

Die umstrittene Evalution von fünf Jet-Modellen müsse vollkommen transparent ablaufen, sagt der Experte Georg Mader.

Die Kampfjet-Tests kosten die Schweiz rund zehn Millionen Franken und sind unter Politikern nicht unumstritten: Linke Parlamentarier sprechen von einer «Flugshow», und auch bürgerliche Politiker finden, man könnte sich stärker auf vorhandene Testdaten stützen.

Der Kampfjet-Experte Georg Mader jedoch verweist auf die speziellen Bedingungen in der Schweiz, die ein solches Testverfahren durchaus sinnvoll erscheinen liessen.

Georg Mader

Georg Mader

Journalist

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Der Österreicher Georg Mader ist Militäraviatik-Publizist. Er schreibt unter anderem für die Militärzeitschrift «Jane’s Defence Weekly» und hat weltweit zahlreiche Kampfjet-Käufe verfolgt.

SRF News: Die Schweiz testet über Monate fünf verschiedene Kampfjet-Modelle. Ist dieses aufwändige Verfahren nicht übertrieben?

Georg Mader: In der Tat klingt das kompliziert und ist teuer. Sicher weiss man heute mehr über die Kampfjets als bei der letzten Evaluation vor einigen Jahren – als etwa das in Frage kommende Gripen-Modell erst auf dem Papier existierte. Trotzdem sind die heute vorhandenen Daten der Jets nicht 1:1 auf die Schweiz umzulegen. Dabei spielen die Schweizer Alarmstart-Bedingungen, die Flugbeschränkungsgebiete oder die Berge eine Rolle. Es macht deshalb durchaus Sinn, die Flugzeuge in der eigenen Umgebung zu testen.

Das Bewerberfeld ist mit fünf Kampfjet-Typen sehr breit. Macht das Sinn?

Es sind jene fünf Kampfjet-Modelle, die heute und in den nächsten Jahren aus dem westlichen Produktionsspektrum verfügbar sind. Ich denke nicht, dass Flugzeuge aus China oder Russland für die Schweiz ein Thema sind – auch wenn das einen gewissen Charme hätte, weil sie so für alle westlichen Länder Sparringpartner sein könnte.

Mit einem Jet aus China oder Russland könnte die Schweiz Sparringpartner der westlichen Länder sein.

Wäre es nicht sinnvoller gewesen, das Feld für die Tests etwas einzuengen?

Die Militärs wollen natürlich die ganze Palette an Spitzentechnologie getestet haben. Doch klar: In der Schweiz kann da schon die Meinung entstehen, das sei übertrieben.

Bei der letzten Evaluation in der Schweiz sorgten das Lobbying, Einladungen, Spekulationen und Leaks für Furore. Gehört das einfach dazu, oder kann dagegen etwas getan werden?

Man muss vollständige Transparenz herstellen. Dabei muss nicht nur über die Ergebnisse der technischen Evaluation eine Information erfolgen, sondern auch über die Preise. Die Verantwortlichen dürfen sich in dem ganzen Prozess nicht vor den medialen Karren spannen lassen, bloss um das Verfahren abzukürzen.

Das Gespräch führte Dominik Meier.

Diese Kampfjets stehen in der engeren Auswahl
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45 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Also ehrlich: Bei uns im Dorf hat es seit menschengedenken nicht mehr wirklich gebrannt. Da brauchen wir unser altes TLF wirklich nicht mehr zu ersetzen. Um einen Abfallkübel zu löschen oder einen Keller auszupumpen, dafür braucht es keinen Atemschutz, keine Drehleiter etc. Und wenn es brennt würde ja sicher die Feuerwehr vom Nachbardorf einspringen, die haben ja eh das modernere Material...
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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Die CH darf im europäischen Kontext ja keine Rosinenpickerin sein wie gewisse Kreise immer wieder laut fordern. Also nehmen wir wenigstens die Luftverteidigung in die eigenen Hände. Dies allen anderen zu überlassen ist äben auch nicht gratis - letztendlich.
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  • Kommentar von Olivier Saner  (sanero)
    Das System Luftwaffe ist das einzige, das in der Schweizer Armee funktioniert. Oder wer hat aus seinen WK‘s andere Erfahrungen?
    Lasst die Profis entscheiden welche Tools sie brauchen, um die Aufträge , welche WIR ihnen als Schweizer Volk auferlegen, zu erfüllen!
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