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Wie geht Hitzevorsorge in Städten?
Aus Echo der Zeit vom 09.07.2019.
abspielen. Laufzeit 09:54 Minuten.
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Hitzevorsorge in der Stadt Bäume statt Beton – oft leichter gesagt als getan

Wenn die Luft in den Häuserschluchten flimmert, müssen Bäume und Grünflächen her. Doch so einfach geht das selten.

Beton und Asphalt, Abgase, dichte Bebauung, wenig Grün – im Sommer staut sich in Schweizer Städten die Hitze regelrecht und es wird unerträglich heiss. Hitzetage sind für die Bevölkerung eine gesundheitliche Belastung und für die Stadtplanung eine Herausforderung.

Immer mehr Städte investieren in die «Hitzevorsorge», darunter auch die Bundesstadt, die wie andere Städte mittlerweile eine Klimakarte hat. Damit weiss Stadtplaner Mark Werren genau, wo sich die Hitze staut. So etwa an der vielbefahrenen Schwarztorstrasse, wo es im Sommer sehr heiss wird.

Bäume ideal, aber mit Wurzeln

Eine Möglichkeit, die Temperatur an diesen Stellen zu senken, ist, mehr hitzeresistente Bäume zu pflanzen. Denn richtig platziert können Bäume die Temperatur in ihrer Umgebung um über sieben Grad senken. Sie spenden nicht nur Schatten, sondern verdunsten auch Wasser und kühlen so – quasi als natürliche Klimaanlage – die Luft.

Doch Bäume pflanzen ist im urbanen Raum mit Schwierigkeiten verbunden. Denn für Wurzen ist wegen all der Kanäle, Werkleitungen und Einstellhallen wenig Platz. Zudem kann das Wasser nicht abfliessen.

Hors-sol-Begrünung als Alternative

Park mit Pflanzen und Bänken
Legende: Die Pflanzen ranken um die Metallgerüste im MFO-Park in Oerlikon, Zürich. Keystone

Als Alternative zur Begrünung greift die Stadt Bern deshalb auch zu bepflanzbaren Gestellen. Diese wiederum sind laut Werren aufwändig in Unterhalt und Bewässerung. «Da stellt sich die Frage, was sich die Stadt leisten kann. Keine Begrünung kommt da günstiger.» Aufwendige Planung, hohe Kosten. Doch selbst wenn die Finanzierung gegeben ist, bleiben Hürden.

Kies statt Asphalt

Alle Städte stehen vor ähnlichen Problemen: Im dicht besiedelten Stadtraum treffen die unterschiedlichsten Interessen aufeinander. So wäre es für das Stadtklima wünschenswert, den Asphalt aufzubrechen und vermehrt auf Kies zu setzen. Denn derart entsiegelte Flächen heizen sich viel weniger stark auf. Allerdings geht das dann allenfalls auf Kosten von Velofahrern und Fussgängern. Hier müsse abgewogen werden, so Werren.

Das gilt auch, wenn es darum geht, Oberflächen aus anderen Materialien zu bauen, etwa in Holz statt in Beton. Auch kann dunkler Asphalt hell gestrichen werden. Zugleich muss die Stadt behindertengängig sein. Es müssen also gut begehbare Flächen für alle vorhanden sein.

Kinder spielen bei den Wasserfontänen
Legende: Auch kühlende Wasserelemente ähnlich des Wasserspiels auf dem Bundesplatz gehören zur modernen Stadtplanung dazu. Keystone

Neubauten als Chance für Pocket-Parks

Mehr Gestaltungsspielraum haben die Städte bei Neubauten, da die Hitzevorsorge bei der Planung berücksichtigt werden kann. In einer neuen Überbauung im Berner Bethlehem-Quartier beispielsweise werden die Gebäude so positioniert, dass die kühle Umgebungsluft optimal zirkuliert.

Man muss jetzt loslegen, wenn die Stadt in der Hitze lebenswert bleiben soll.
Autor: Mark WerrenStadtplaner, Bern

Gleich neben der Schwarztorstrasse entstehen beim Inselareal zwischen modernen Hochhäusern kleine Parkanlagen, so genannte Pocket-Parks. Mit den frei zugänglichen Grünanlagen steigt die Lebensqualität auf Augenhöhe, wie Werren erklärt. Ein Patentrezept gegen die Hitze in der Stadt gebe es aber nicht. «Aber man muss jetzt loslegen. Wenn man die Stadt auch bei Hitzeperioden lebenswert machen will, kostet das etwas.»

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