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Spitäler und Städte sind auf Zivildienstleistende angewiesen
Aus HeuteMorgen vom 14.01.2019.
abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
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Günstiges Personal fällt weg Kritik an Verschärfungen für Zivildienstler

Die Zahl der Zivildienstleistenden ist im letzten Jahr gesunken. Trotzdem soll der Dienst unattraktiver gemacht werden.

Besonders stark zurückgegangen ist 2018 die Zahl jener Zivildienstleistenden, die erst nach der RS wechselten. Genau für diese Gruppe – Soldaten und Offiziere – will der Bundesrat mit den geplanten Massnahmen den Zivildienst unattraktiver machen.

Legende:
Wechsel nach RS in den Zivildienst WBF / VBS

Zu wenig günstiges Personal in Spitälern

Nicht nur linke Parteien und Organisationen sind gegen die Verschärfungen. Auch zahlreiche Verbände: von der Dachorganisation der Einrichtungen und Werkstätten für Behinderte, über Pro Natura bis zu den Spitälern, die auch seit Jahren mit Zivildienstleistenden arbeiten.

Der Spitalverband H+ warnt vor höheren Hürden. Geschäftsführerin Anne Bütikofer sagt: «Diese Zivildienstleistenden fehlen in den Spitälern, Kliniken und Institutionen. Das führt zu Unsicherheiten.»

Armee selbst verantwortlich?

Auch die Städte wehren sich gegen einen weniger attraktiven Zivildienst. Städte und Gemeinden profitierten besonders in sozialen Einrichtungen und Schulen von den Zivis. Sie stellen eine finanzielle Entlastung dar.

Laut dem Präsidenten des Städteverbands, FDP-Nationalrat Kurt Fluri – militärischer Grad: Oberst – muss die Armee die Gründe für die Abgänge auch bei sich selber suchen. Leerläufe und Frustrationen müssten vermieden werden. «Mit einer motivierten Führung und mit effizienten Arbeitsabläufen könnte die Motivation auf einem höheren Niveau gehalten werden», sagt er.

SVP-Salzmann will wieder Gewissensprüfung einführen

Werner Salzmann dagegen, SVP-Nationalrat und Präsident der sicherheitspolitischen Kommission und ebenfalls Oberst, findet, die Armee mache schon genug. Zudem seien die rückläufigen Zahlen bei den Zivis kein gesicherter Trend. Darum brauche es diese Massnahmen und noch mehr, etwa wieder eine Gewissensprüfung.

Legende:
Zulassungen Zivildienst Mit der Abschaffung der Gewissensprüfung 2009 stiegen die Zulassungen zum Zivildienst markant an. (Quelle: ZIVI) Vollzugsstelle für den Zivildienst

Nur so könne man die Armeebestände sichern, trotz der Bedenken von Schulen oder Spitälern: «Ich kann diese Institutionen natürlich verstehen. Aber für uns als Sicherheitspolitiker steht im Vordergrund, den Auftrag der Verfassung zu erfüllen. Und wenn wir das nicht können, müssen wir Massnahmen beschliessen.»

Parmelin nun auf der anderen Seite

Wie der Bundesrat in seiner neuen Zusammensetzung auf die Bedenken reagiert, wird sich zeigen. Verantwortlich für das Dossier Zivildienst ist jetzt SVP-Bundesrat Guy Parmelin. Früher war er zuständig für die Armee.

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44 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond  (Egalite)
    Wenn schon Wehr- und subsidiaere Zwangsarbeitspflicht, dann auch fuer Frauen statt Verschaerfung der Schickanen gegen Maenner. Mit den jetzt ja gleich starken Frauen koennen die Armeebestaende ohne zusaetzliche Maennerschickanen ueberfuellt werden; und die feuerscheuen Frauen koennen gleich wie die Maenner die Zivilzwangsarbeit in Spitaelern und Heimen frei waehlen….
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  • Kommentar von Nathanael Meyer  (Nuts)
    Spannend ist eigentlich, dass man hier die Zivis als 'Drückeberger' bezeichnet werden. Wenn man wüsste, wie viele sich absichtlich für untauglich erklären lassen, was nicht einmal so schwer ist... Auch wenn man hier unterschiedlocher Meinung sein kann, so leistet man als Zivi immerhin einen Dienst, der der Gesellschaft etwas bringt. Dass man im Militär auch sinnvolles tun kann, bezweifle ich nicht, um meine Kommentare zu ergänzen. Zivis als Drückeberger zu bezeichnen finde ich aber frech..
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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Bei diesem Thema scheint das Forum fest in den "Händen der Armeeabschaffer (GSOA)" zu sein! Ein richtiges Tummelfeld und eine tolle Gelegenheit "noch echte Eidgenossen", die eine andere Ansicht zu und über unsere Pflichten und Rechte haben, so richtig als "unverschämt" in die "Pfanne zu hauen"! Ich bleibe dabei: Ein Forum sollte alle Meinungen zulassen, solange sie das Netiquette nicht verletzen! Ich staune zwar, nach diesen bald 50 "Kommentaren", wer dauernd das Netiquette verletzen darf!
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    1. Antwort von Daniel Wigger  (Daniel Wigger)
      Sehr geehrter Herr Rolf Bolliger

      Was ist für Sie ein "echter Eidgenosse"?

      Beste Grüsse aus Sempach

      Daniel Wigger
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