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Mit Kameras und künstlicher Intelligenz gegen Plastik im Grüngut
Aus Espresso vom 13.06.2019.
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Grüngutsammlung Mit Kameras und künstlicher Intelligenz gegen Plastik im Grüngut

Ein digitales System soll Plastikmüll im Grüngut verhindern. Abfallsünder bleiben nicht mehr anonym.

Weil trotz Informations- und Sensibilisierungskampagnen zu viele Plastikabfälle im Grüngut landen, sollen in Zukunft Grüngutsammelwagen mit Detektoren ausgerüstet werden. Ein neues Überwachungssystem ermöglich es den Gemeinden, die Qualität des Grünguts schon beim Einsammeln zu erkennen und Abfallsünder zu identifizieren.

«Digitale Grünguttonne» heisst das von einer österreichischen Firma entwickelte Detektionssystem, welches Plastik und andere nicht kompostierbare Abfälle im Grüngut schon beim Einladen in den Sammelwagen erkennen kann. Es braucht dazu unterschiedliche Kameras und einen Sender, der die Aufnahmen nach jeder Container-Leerung an einen Computer übermittelt.

Künstliche Intelligenz bei der Kontrolle

Die so gesammelten Daten werden dann von einem Rechner zu einer zuverlässigen digitalen Stoffliste verarbeitet. Dank künstlicher Intelligenz kann so bei jeder Ladung eruiert werden, wie stark das Grüngut mit Fremdstoffen und Plastik verschmutzt ist und wer als Verursacher in Frage kommt.

«Container mit regelmässig stark vermülltem Grüngut könnten dann separat und auf Kosten des Verursachers statt in die Vergärungs- oder Kompostierungsanlage der Kehrichtverbrennung zugeführt werden», erklärte Armin Bachofner, Leiter Entsorgung der Stadt Winterthur gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Ziel sei es, bereits am Anfang des Stoffkreislaufes für gute Qualität zu sorgen.

Plastik im Grünabfall sorgt für rote Köpfe

Verschmutztes Grüngut verursache nicht nur grossen Reinigungsaufwand, es komme auch immer wieder vor, dass sich Landwirte beschweren, weil sie mit dem gelieferten Kompostdünger auch Plastikabfälle auf den Feldern verteilen.

Das neuartige Monitoring-System ist Anfang Juni bei einem einwöchigen Probelauf in Winterthur getestet worden. Nun wollen die Verantwortlichen die gesammelten Daten verarbeiten, die Übertragungstechnik verbessern und die künstliche Intelligenz so trainieren, dass das System möglichst bald zuverlässig arbeiten kann. Für eine lückenlose Kontrolle müssten auch noch die Container mit einem Chip ausgerüstet werden.

Datenschutz gewährleistet

Andreas Utiger, Initiant und Geschäftsführer des Verbands Biomasse Suisse, ist mit dem einwöchigen Test in Winterthur zufrieden. Kameras und Sender sollen dereinst einfach in die herkömmlichen Grüngutsammelwagen eingebaut werden können. Auch sei abgeklärt worden, ob die so erhobenen Daten von den Gemeinden auch tatsächlich genutzt werden dürfen.

Utiger glaubt, dass die «digitale Grünguttonne» schon im nächsten Jahr für die Gemeinden kostenneutral lanciert werden kann. «Wenn die Qualität des Grüngutes beim Sammeln verbessert wird, steigert sich am Schluss des Kreislaufes automatisch auch die Qualität des Kompostdüngers. Und damit kann bei der Schlusskontrolle und bei Aussortierung von Fremdstoffen wieder Geld eingespart werden.»

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Achim Frill  (Afri)
    Die grösste Frechheit ist ja, für das Grüngut auch noch Geld zu verlangen, obwohl die Verwerter aus dem von uns gelieferten Rohstoff pures Geld machen. Bei uns kostet eine 140L Tonne sage und schreibe 8 Franken. Kunststück versuchen da nicht wenige, auch ihren Abfall drunter zu mogeln. Wären die Entsorgung gratis, dann wäre Plastik in den Tonnen kein Thema mehr, und man bräuchte nicht schon wieder so eine blödsinnige Hitech-Überwachungs-Maschinerie.
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    1. Antwort von Walter Zaugg  (Saturn)
      Nun der Plastik Abfall kann ja heute schon Teilweise bei den Discounter abgegeben werden. Das ist gratis. Ansonsten gehört er in den Hausmüll und der kostet. Weshalb nun nach ihrer Logik die Leute ihren Plastik im Grüngut entsorgen ist mir Schleierhaft. Ich tippe eher darauf das das etwas mit Unwissenheit oder Gleichgültigkeit zu tun hat.Wenn es eine Möglichkeit gibt das Grüngut von falschen Zutaten zu befreien weshalb nicht. Auf die Vernunft einiger Zusetzen wird nichts bringen.
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  • Kommentar von Adrian Weber  (Pöbel)
    Wie siehts denn mit den kompostierbaren Säckli aus? Werden die auch aussortiert?
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  • Kommentar von Thomas Michels  (TomBonsai)
    In unserem Quartier wird der Grünmüll zusammen mit dem Restmüll in einem LKW abtransportiert und verbrannt. Laut Zeba wäre es ökonomisch unsinnig einen 2. LKW zu schicken
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    1. Antwort von Peter Amthauer  (Peter.A)
      Wenn man genug Biomasse hat, dann ist das eher eine betriebswirtschaftliche und keine ökologische Entscheidung.
      MfG
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