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Frauenstreik 2019 Haben Sie selbst Diskriminierung erlebt, Frau Bundesrätin?

Die drei Bundesrätinnen beantworten Fragen zum Frauenstreik. Sie erzählen, wie sie die Gleichstellung erleben und was der Frauenstreik aus ihrer Sicht bewirken kann.

SRF News: Haben Sie selbst schon Ungleichbehandlung erlebt, eigene Erfahrungen gemacht?

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Ungleichbehandlung: Das haben die drei Bundesrätinnen erlebt.
Aus News-Clip vom 14.06.2019.
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Viola Amherd: Ich musste feststellen, dass es als Frau bei Wahlkampagnen immer noch schwieriger ist, sich zu behaupten. Es werden mehr Fragen gestellt und sind grössere Zweifel da. Kann die das? Ist sie fähig? Dinge, die fast alle Frauen erleben.

Simonetta Sommaruga: Ich habe auch Lohndiskriminierung erlebt, dass ich weniger verdient habe als ein Mann mit der gleichen Funktion. Zuerst habe ich mich nicht gewehrt, so wie das Frauen häufig tun. Doch später habe ich mich durchsetzen können.

Karin Keller-Sutter: Jeder Mensch – ob Frau oder Mann – erlebt Ungerechtigkeiten. Das gehört zum Leben. Man lernt, sich zu wehren.

Wo hapert es noch mit der Gleichstellung?

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Wo es hapert: Da erkennen die drei Bundesrätinnen die grösste Ungleichbehandlung.
Aus News-Clip vom 14.06.2019.
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Simonetta Sommaruga: In einer Gesellschaft, in der Frauen weniger verdienen als Männer – nur weil sie Frauen sind – eine solche Gesellschaft bringt zum Ausdruck, dass Frauen weniger wert sind. Das müssen wir grundlegend und rasch ändern.

Viola Amherd: Es braucht noch mehr Fortschritte im Bereich Vereinbarkeit von Beruf und Familie, es braucht auch Fortschritte im Bereich der Lohngleichheit, da gibt es noch grosse Unterschiede. Und es braucht auch weitere Fortschritte im Bereich der Frauen in der Politik und in der Wirtschaft.

Karin Keller-Sutter: Ein zentrales Anliegen ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Diese Vereinbarkeit ist partnerschaftlich zu erwirken. Frauen und Männer sollten hier gemeinsam auf dieses Ziel hinarbeiten.

Was tun Sie als Bundesrätin für die Gleichstellung? Welchen eigenen Beitrag leisten Sie?

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Eigener Beitrag: Das tun die drei Bundesrätinnen für die Gleichstellung.
Aus News-Clip vom 14.06.2019.
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Viola Amherd: Ich kann innerhalb meines Departementes dafür sorgen, dass Frauen gefördert werden – beispielsweise bei der Besetzung ausserparlamentarischer Kommissionen. Zudem habe ich eine Arbeitsgruppe installiert, die die Beförderung von Frauen in der Armee untersuchen soll. Das wichtigste ist jedoch, dass ich meine Arbeit gut mache und damit ein Vorbild sein kann.

Simonetta Sommaruga: Dieser Tag, die Präsenz von diesen vielen Frauen, Kindern, aber auch Männern mit ihre Forderungen, aber auch gleichzeitig das Fest, die Freude, die da ist, das gibt mir Energie und Motivation weiterzumachen und mich weiterhin für die Gleichstellung der Frauen einzusetzen.

Karin Keller-Sutter: Ich habe die Schirmherrschaft eines Projekts zwischen Wirtschaft und Politik übernommen. Da engagieren sich Unternehmen gemeinsam mit den Kantonen und den Städten für Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dann sind wir als Bundesrätinnen auch ein Rollenvorbild. Es ist sehr wichtig, dass sich junge Frauen mit Frauen in wichtigen Positionen identifizieren können – sei es in der Wirtschaft, der Politik oder der Gesellschaft.

Was kann der Frauenstreik nützen?

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Nutzen des Streiks? Das sagen die drei Bundesrätinnen.
Aus News-Clip vom 14.06.2019.
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Viola Amherd: Der Frauenstreik ist wichtig, damit das Thema Gleichstellung wieder auf dem Tapet ist. Die Gleichstellung haben wir wohl im Gesetz und in der Verfassung, in der Realität aber noch nicht.

Karin Keller-Sutter: Ich glaube nicht, dass der Streik etwas bewegen kann. Es ist eine Kundgebung von Frauen, aber es machen ja nicht alle Frauen mit. Man muss akzeptieren, dass es auch unter Frauen eine Vielfallt gibt und auch verschiedene politische Überzeugungen und Präferenzen.

Simonetta Sommaruga: Dieser Tag gibt uns Frauen viel Energie. Wir sind gewohnt, uns für unsere Anliegen einzusetzen. Heute ist aber auch ein Tag zum Feiern. Die Forderungen sind klar: Wir wollen Lohngleichheit, wir wollen Respekt und wir wollen, dass mehr gemacht wird gegen Gewalt gegen Frauen.

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