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Jungparteien über AHV und Pensionskasse
Aus SRF 4 News aktuell vom 21.02.2020.
abspielen. Laufzeit 08:13 Minuten.
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Diskussion um AHV und 2.Säule «Eine Rentenreform für Büezer statt für Bonzen»

SRF News: Wo sollte das Rentenalter Ihrer Meinung nach liegen?

Sarah Bünter: Das Ziel ist noch nicht definitiv bekannt. Das Rentenalter soll aber an die Lebenserwartung angepasst werden. Dies muss in Schritten geschehen, damit sich die Generation, die davon betroffen ist, auch rechtzeitig darauf vorbereiten kann.

Reden wir über den Umwandlungssatz. Die Grösse also, die bestimmt, wie gross die Rente sein wird, wenn man pensioniert ist. Im Moment liegt dieser bei der zweiten Säule bei 6.8 Prozent, der Bundesrat und die Sozialpartner wollen auf 6.0 Prozent. Wo wollen Sie hin?

Wir wollen den Umwandlungssatz ebenfalls flexibilisieren und anpassen, damit es in Zukunft nicht mehr eine so grosse Diskussion darum gibt. Für uns ist klar, dass man unseren Vorschlag als Gesamtpaket betrachten muss. Wenn man mit dem Umwandlungssatz heruntergeht und dem Rentenalter hoch, dann wird sich auch die Zeit, in welcher die Rente ausbezahlt wird, verkürzen. Somit wäre der Effekt nicht mehr gleich gross wie beim aktuellen Status.

Wenn man mit dem Umwandlungssatz heruntergeht, wird es Leute geben, die weniger Rente haben. Haben Sie vor, diese zu entschädigen? Gibt es eine Kompensation in Ihrem Modell?

Wir stehen sehr stark für eine Kompensation ein. Wir wollen aber, dass dies einmalig passiert. Da gibt es unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten, um das zu finanzieren.

Wer soll die Kompensation bezahlen?

Wir haben beispielsweise den BVG-Sicherheitsfonds, welchen man benutzen könnte. Zudem gibt es auch bei den Steuergeldern Möglichkeiten. Wir fordern den Bundesrat auf, uns Möglichkeiten aufzuzeigen.

SRF News: Warum wehren Sie sich gegen ein höheres Rentenalter?

Ronja Jansen: Wir werden immer produktiver. Das ist der Grund, weshalb wir das Rentenalter nicht erhöhen wollen. Es kann nicht sein, dass wir immer produktiver werden und man uns gleichzeitig erzählt, dass wir immer länger arbeiten müssen. Die Erhöhung des Rentenalters ist eine Frage des politischen Willens und da stellen wir uns ganz klar dagegen.

Nun zeigen die Zahlen aber, dass die Reserven sowohl in der AHV als auch in der zweiten Säule zurückgehen. Verneinen Sie, dass die Lebenserwartung eine Rolle spielt?

Nein. Wir sehen ebenfalls, dass es Handlungsbedarf gibt. Aber es gibt verschiedene Optionen: Man kann entweder die Leistungen kürzen oder man kann schauen, dass mehr Einnahmen hereinkommen. Wir sind klar für die zweite Option.

Woher wollen Sie das Geld nehmen?

Einerseits könnte man endlich dafür sorgen, dass auch Kapitaleinkommen AHV-pflichtig werden. Es kann nicht sein, dass wenn ich mein Geld mit Arbeiten verdiene, Beiträge zahlen muss. Dass ich aber keine Beiträge zahlen muss, wenn ich mein Geld verdiene, weil ich schon reich bin. Dagegen wehren wir uns. Man könnte zum Beispiel auch eine Erbschaftssteuer einführen und die AHV auf diese Art sanieren. Wir werden weiterhin dafür kämpfen, dass es eine soziale Rentenreform gibt. Eine Rentenreform, die nicht auf dem Buckel der arbeitenden Bevölkerung stattfindet; eine Rentenreform für Büezer statt für Bonzen.

Die Gespräche führte Gaudenz Wacker.

SRF 4 News, 21.2.2020, 06:40 Uhr; srf/hosb;

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42 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Stocker  (Beat Stocker)
    Solange es Altersarbeitslosigkeit gibt (AN ab 40 zu Gunsten von Jüngeren entlassen werden) ist die Anpassung an die Lebenserwartung ein Hohn. Ebenso wie 'Finanzierungslücken' in der AHV, wenn Pensionäre mit 5-stelligem Einkommen aus 2./3. Säule und Vermögen noch eine AHV- Rente (in den Rachen geschoben) erhalten. Staatliche Renten nach oben deckeln und mit den Einsparungen die untersten Renten lebenkostedeckend machen.
    Keine 'Besteuerung' von Kapitaleinkommen unterhalb einer 'Reichtumsgrenze'.
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  • Kommentar von Hans Klein  (HansKlein)
    Kaum erwähnt: Die Steigerung der Arbeitsproduktivität hat es bspw. in DE zwischen 1945 und 1985 erlaubt, die Arbeitszeit von 6 auf 5 Tage, dann von 40 auf 35 h zu reduzieren. Seitdem? Nichts mehr. Die Reallöhne sind damals rasant gestiegen? Seitdem? Nicht mehr. Das einzige, was gestiegen ist, sind die Gewinne. D.h., der gesamtgesellschaftlich erzeugte Reichtum ist von unten (Arbeitende) nach oben (Besitzende) umverteilt worden. DAS muss korrigiert werden, dann reicht es auch immer für die Rente!
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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Lösungen sind: Flexibilisierung des Renteneintrittsalters; Beitragserhöhungen, ev. auf Kosten von Lohnerhöhungen; neue Finanzierungsquellen (MwSt-Erhöhung, Finanztransaktionssteuer, Kapitalgewinnsteuer).
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