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Schweizer Grundwasser: Ungenügend geschützt
Aus HeuteMorgen vom 23.01.2019.
abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
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Bericht des Bafu Trinkwasser ist vielerorts ungenügend geschützt

In der Schweiz ist die Trinkwasserversorgung gesichert, aber nicht so, wie sich dies das Bundesamt für Umwelt wünscht.

In den meisten Schweizer Haushalten kommt das Wasser, das aus dem Hahn sprudelt, aus dem Grundwasser: Rund 80 Prozent der Bevölkerung werden mit Grundwasser versorgt. Nur wird dieses Grundwasser an manchen Orten nicht so geschützt, wie es das Gesetz verlangt.

Von solchen ungenügenden Schutzzonen betroffen sind zwölf Prozent der Schweizer Bevölkerung – etwa eine Million Menschen, schreibt das Bundesamt für Umwelt (Bafu) in einem Bericht, den es vor einigen Wochen im Internet publiziert hat, der bislang aber kaum beachtet worden ist.

Grundwasser-Brunnen
Legende: 80 Prozent der Schweizer Haushalte werden mit Grundwasser versorgt (Foto: Horizontalfilterbrunnen für Grundwasser in Zürich). Keystone

Im Bafu-Bericht ist die Rede von «schweren Nutzungskonflikten», die «eine grosse Gefährdung der Trinkwassernutzung» darstellten. Damit gemeint sind Situationen, bei denen sich verschiedene Nutzungen und der Grundwasserschutz in die Quere kommen.

So wird etwa in Schutzzonen Landwirtschaft betrieben, oder es hat dort Gebäude, Schienen oder Strassen. Das Bafu hält fest: Trotz solcher Konflikte könne die Wasserqualität an solchen Orten «tadellos» sein.

Es gibt immer mehr Schutzzonen, in denen etwa Gebäude mit Abwasserleitungen, Strassen oder Eisenbahnen stehen.
Autor: Michael SchärerBundesamt für Umwelt

Aber: Von solchen Nutzungskonflikten gehe eine mögliche Gefahr fürs Grundwasser aus, sagt Michael Schärer vom Bafu: «Es gibt immer mehr Schutzzonen, in denen solche Bauten und Anlagen stehen, etwa Gebäude mit Abwasserleitungen, oder Strassen oder Eisenbahnen. Und das bedeutet eine Gefährdung dieser Fassungen.»

Dichte Besiedelung als Problem

Gefährlich wird es, wenn etwa von Gebäuden Abwasser oder von Strassen Benzin ins Grundwasser sickert. Überbaute Gebiete und Grundwasserzonen kämen sich immer mehr in die Quere, sagt Adrian Auckenthaler. Er ist zuständig fürs Grundwasser im Kanton Baselland und ist Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Hydrogeologie.

Aber wir müssen uns einfach im Klaren darüber sein, dass wir in einem dicht besiedelten Land leben.
Autor: Adrian AuckenthalerSchweizerische Gesellschaft für Hydrogeologie

«Es ist eine neue Situation», so Auckenthaler. «Wir in der Schweiz haben das Gefühl, wir seien das Wasserschloss Europas. Aber wir müssen uns einfach im Klaren darüber sein, dass wir halt in einem dicht besiedelten Land leben.»

Das bedeute eben auch: Bestehende Gebäude oder Verkehrsinfrastruktur – eine Strasse oder ein Eisenbahntrassee – könne man nicht einfach abreissen, so Auckenthaler. Stattdessen müsse man in Schutzzonen das Grundwasser mit technischen Massnahmen besser schützen, zum Beispiel mit Auffangbecken, damit verschmutztes Wasser nicht ins Grundwasser sickert. Oder man müsse halt künftig Trinkwasser zusätzlich aufbereiten.

Kostenfrage stellt sich

Nur: Solche Massnahmen seien teuer. «Es ist eine Frage, zu welchen Kosten wir auch in Zukunft Trinkwasser zur Verfügung stellen wollen, sodass es naturnah ist und möglichst ohne Aufbereitung abgegeben werden kann», sagt André Olschewski vom Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfachs SVGW, einer Organisation von Wasserversorgern.

Nutzungskonflikte mit dem Grundwasser hatten bereits Folgen: In den letzten 20 Jahren musste fast jeder dritte Wasserversorger ein Fassungsgebiet schliessen – vor allem weil sich Siedlungen und der Grundwasserschutz in die Quere kamen. Dies zeigt eine neue Untersuchung des SVGW.

Auch in Bundesbern wird in den nächsten Monaten verstärkt über das Thema Trinkwasser diskutiert – wenn das Parlament die Trinkwasser-Initiative berät.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Christine Guillemin  (chrigui)
    Wenn der Bund solche Beschlüsse fasst, wie am 19.09.2018 im srf zu lesen war, wundert das nicht. „Neue Gewässerschutzverordnung - Bund will Glyphosat-Grenzwert um das Hundertfache erhöhen.“ Und das ist nur ein Beispiel
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  • Kommentar von Mike Ritschard  (Mike Ritschard)
    Schon spannend dass man mit solchen Informationen noch Leute beeindruckt. Denn das Wasserproblem ist dass es mit anorganischen Mineralien angereichert ist, dass es jetzt noch weitere Verschmutzung erleidet ist auch nichts neues aber sicher ein zusätzliches Problem. Teuer ist das überhaupt nicht, TOPWASSER bietet eine Lösung an mit welcher man natürlichstes und reines Trinkwasser hat aus dem Wasserhahn für unter CHF 30.00 pro Monat. Das ist eine vernünftige Lösung.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Massnahmen seien teuer, was sicher stimmt, aber nichts zu tun gegen die Verunreinigungen durch Gifte wird die Bevölkerung noch viel mehr kosten. Darum ist es auch sehr wichtig, dass nicht noch mehr Landwirtschaftlicher Boden überbaut wird, sonst ist es nicht verwunderlich, dass die Bauern alles aus den Böden quetschen und das geht nur mit Dünger und Giften. Es liegt an den Menschen die richtige Wahl zu treffen. Was ist uns wichtiger?
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