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«Das Virus befällt die Atemwege»: Professorin Alexandra Trkola im Gespräch
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 12.02.2020.
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Zürich forscht zu Corona-Virus «Wir dürfen jetzt nicht in Panik ausbrechen»

Weltweit haben sich bisher über 40'000 Menschen mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert. In der Schweiz gibt es noch keine bestätigten Ansteckungen, täglich werden jedoch Verdachtsfälle abgeklärt. Als eines der wenigen Labore in der Schweiz kann das Institut für Medizinische Virologie der Universität Zürich das Corona-Virus nachweisen. Laut Direktorin Alexandra Trkola wurden bisher etwa zwanzig Fälle geprüft.

Alexandra Trkola

Alexandra Trkola

Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie der Universität Zürich

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Alexandra Trkola studierte Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität in Wien, wo sie später doktorierte. Seit 2008 leitet die Professorin das Institut für Medizinische Virologie der Universität Zürich.

SRF News: Wie spüren Sie den Ausbruch des Corona-Virus in Ihrem Institut?

Alexandra Trkola: Seit das Corona-Virus ausgebrochen ist, haben wir viel zusätzliche Arbeit. Wir diagnostizieren für die Kantone Zürich und Schaffhausen das neuartige Virus und mussten dafür sehr rasch die notwendigen Methoden etablieren. Tritt ein Verdachtsfall ein, wird der Patient zuerst im Spital untersucht. Erhärtet sich der Verdacht, machen die Ärzte einen Nasen- und Rachenabstrich. Im Institut versuchen wir anschliessend, das Virus-Genom mit spezifischen Methoden nachzuweisen.

Was ist über die Übertragung des neuartigen Corona-Virus denn bekannt?

Das Virus befällt die Atemwege. Auf diese Weise nehmen wir es auch auf, wenn jemand niest oder hustet. Auch durch Hautkontakt mit Tröpfchen kann sich das Virus übertragen: Wenn zum Beispiel jemand gehustet hat, kleben unter Umständen Tröpfchen am Tisch oder an der Türfalle. Wenn wir die Flächen anfassen und die Hände später zum Gesicht führen, kommen wir mit dem Virus in Kontakt.

Sollte sich das Virus verbreiten, hoffen wir natürlich auf einen wirksamen Impfstoff.
Autor: Alexandra TrkolaProfessorin Medizinische Virologie

Es ist allerdings noch unklar, wie gut sich das Corona-Virus rein über die Luft verbreiten kann. Sollte es in kleinsten Tröpfchen überleben, kann es sich in der Luft – auch mit Klimaanlagen – über weite Distanzen ausbreiten. Dies wäre natürlich schlecht, um das Virus einzudämmen.

Gibt es im Falle einer Pandemie ein einfaches Konzept, welches Sie aus der Schublade ziehen und anwenden können?

Nein, ein schablonenmässiges Konzept gibt es nicht. Es braucht bei jeder neuen Bedrohung Pandemie-Vorbereitungen. Die Rahmenbedingungen sind jeweils anders, denn nicht jedes Virus verbreitet sich gleich. Die Pandemie-Vorbereitungen spielen sich auf kantonaler und nationaler Ebene ab. Aber wir müssen natürlich unsere Diagnostik vorbereiten und gerüstet sein, wenn während einer Pandemie mehr Proben ins Labor kommen sollten.

Gelingt die Eindämmung nicht, kommt es zu einer Pandemie.
Autor: Alexandra TrkolaProfessorin Medizinische Virologie

Welche Szenarien gibt es bei der Entwicklung des Corona-Virus?

Zurzeit hoffen alle, die weltweite Verbreitung eindämmen zu können. Beim Sars-Virus ist dies gelungen und es wäre grossartig, wenn sich das wiederholen würde. Gelingt die Eindämmung nicht, kommt es zu einer Pandemie. Bei diesem Szenario müssen wir zuerst Erfahrungen sammeln, wie gefährlich das Virus wirklich ist. Es ist also definitiv nicht der Zeitpunkt, um in Panik auszubrechen. Sollte sich das Virus verbreiten, hoffen wir natürlich auf einen wirksamen Impfstoff.

Das Gespräch führte Christoph Brunner.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen; 12.03 Uhr; fulu

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Osika  (Mikesath)
    Der Virus ist kein normaler Grippe Virus. Vom Tier zum Mensch mutiert ist er ein vielfaches bedenklicher. Er kann sich hin und her bewegen. Neue Mutationen lösen dann die nächste Welle.
    Zweitens ist eine über Tröpfchen und Atemwege Verbreitung bis heute nie zu stoppen.Dieser Virus wird zu 90 % um den ganzen Globus gehen. Wichtig ist wer sich krank Fühlt muss zu hause bleiben und sich schonen, weil zur Zeit bekannt ist das er sonnst den Körper zu sehr schwächt.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Da wird doch ständig auf Panik gemacht. Denn vorerst ist es ein viraler Infekt. Unsere Körper haben tagtäglich mit Viren zu tun. Aber und da schauen zu wenige hin, ein hardcore Kapitalismus, wie China ihn praktiziert, der weder auf Menschen, den Arbeits-und Lebensbedinungen Rücksicht nehmen kann und will. Wo die Luftbealstungen wohl ein Thema unter anderen schweren Gesundheitsbelastenden Elementen ist, ist natürlich ein Katalysator, wenn da 'neue' Erreger sich melden.
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    1. Antwort von Paul Soltermann  (ps)
      Es gibt bekanntlich Leute, welche trotz Infektion mit dem Virus keine Symptome zeigen, fast so als waeren sie dagegen 'geimpft' worden . Bei den vielen heute neu erfassten Todesopfer koennte es sich um Faelle handeln welche bis anhin nicht zu den 'Corona-Opfern' gezaehlt worden sind, sondern zu einer Grippe oder zu einer 'normalen' Lungenenzuendung. Etwas Hoffnung koennte auch die steigende Anzahl von 'recovered cases' geben, welche wohl mit denen ohne Symptome fast identisch sind.
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  • Kommentar von Urs Stäbler  (Stab)
    Nun ist die Pharmaindustrie gefragt, aber ich glaube kaum dass da etwas passiert solange der Virus nicht in Europa oder die USA erreicht, denn erst dann könnte ein teures
    Medikament rentabel werden.
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Der gesunde Menschenverstand und das Wissen, wie virale Infekte vom Körper normalerweise überwunden werden ist gefragt. Doch mit Angst und Panik lassen sich tonnenweise unnütze Medikamente verkaufen.
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