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Legende: Audio Die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner im grossen Wochengast-Interview abspielen. Laufzeit 17:35 Minuten.
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 16.06.2019.
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Wochengast Silvia Steiner «Wir schauen uns die Situation im Kindergarten genau an»

Am Frauenstreiktag vom vergangenen Freitag haben im Kanton Zürich auch viele Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen und Kinderbetreuerinnen teilgenommen. Gerade auf der Kindergartenstufe sind viele Lehrerinnen unzufrieden mit ihren Anstellungsbedingungen, etwa dass ein Vollzeitpensum mit 88 Prozent Lohn vergütet wird. Die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner sieht als «Regionaljournal Wochengast» ebenfalls Handlungsbedarf auf der Kindergartenstufe, aber wenig Handlungsspielraum.

SRF News: Es gab viele verschiedenen Aktionen an den Schulen oder in den Horten am nationalen Frauenstreiktag. Wie sind diese bei Ihnen angekommen?

Silvia Steiner: Unsere Lehrerinnen und Lehrer sind wichtige Vermittlerinnen von Rollenbildern für die nächste Generation. Und ich finde, dass in der Volksschule die Wertschätzung und Akzeptanz des anderen Geschlechts und der Andersartigkeit vermittelt werden muss. Das ist für die ganze Gesellschaft ausserordentlich wichtig. Deshalb freut es mich sehr, dass meine Lehrerinnen so sensibilisiert sind für das Thema.

Sind auch konkrete Forderungen von Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen oder dem Hortpersonal anlässlich des Frauenstreiktags an Sie herangetragen worden?

Ich bin andauernd im Austausch mit ihnen. Es ist mir ein grosses Anliegen, dass die Rahmenbedingungen für die Lehrpersonen gut sind, denn mir ist bewusst, dass sie einen schwierigen Job haben, den sie sehr gut machen. Aktuell sind wir daran, die Situation an den Kindergärten sehr genau anzuschauen. Insofern verstehe ich das als eine Daueraufgabe und nicht eine, die man nur rund um den Frauenstreiktag diskutieren sollte.

Wie wollen Sie die Situation auf der Kindergartenstufe verbessern?

Wir haben einen grossen Bericht dazu in Auftrag gegeben, der im Herbst erscheint. Erst dann können wir schauen, welche Massnahmen sinnvoll sind.

Wo sehen Sie denn Spielraum? Das Bundesgericht entschied zwar, dass die heutige Lohneinstufung der Kindergärtnerinnen im Kanton Zürich nicht diskriminierend ist. Trotzdem scheint es doch seltsam, dass eine heute gleichwertige Ausbildung wie auf der Primarstufe anders behandelt wird?

Leider schränkt das Bundesgerichtsurteil meinen Spielraum tatsächlich etwas ein. Ich glaube aber, dass wir am Schluss Lösungen finden, die auch für die Kindergartenlehrpersonen sehr befriedigend sein werden. Konkreter kann ich im Moment aber nicht werden. Was ich wirklich wichtig finde, ist dass die Bedeutung diese Stufe endlich richtig anerkannt wird.
Hier sind wir wieder beim Frauenproblem: Die Erziehung und Betreuung von kleinen Kindern gilt in unserer Gesellschaft immer noch als unwichtig, als geringgeschätzte Frauenarbeit. An diesem Punkt müssen wir ansetzen. Ich möchte schon bald ein grösseres Projekt starten, das die Förderung der Allerkleinsten im Blick hat, mit dem Ziel, dass diese wirklich fit sind für den Kindergarten. Auch dies würde die Kindergartenlehrpersonen entlasten.

Das Gespräch führte Dorotea Simeon.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Christine Angst Azevedo  (caa)
    Kindergartenlehrperson ist eine Berufung und kein Beruf. Das ist ja grotesk. Kindergartenlehrpersonen fühlen sich diskriminiert und daran ändert auch das merkwürdige Urteil des Bundesgerichts nicht. Die Zeit, in der die Kinder eintreffen und von der KLP in Empfang genommen werden, wird nicht als Arbeitszeit gewertet und das bei unselbständigen kleinen Knöpfen. Das ist Frauenfeindlichkeit in höchstem Masse. Sonst ist Regierungsrat auch eine Berufung, sofort den Lohn um 12 % kürzen.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Wenn die Bildungs-Direktorin tatsächlich eteewas Positives für das Lehrpersonal tun will/wird, dann muss auch sie sich endlich für ein "gesamtschweizerisches Bildungs-Grundsystem" einsetzen! Seit vielen Jahren, gibt es in der Mini-Schweiz, ein absolut unsinniges, unübersichtliches, ineffizientes "Bildungs-Chaos", dank der komplizierten, teuren "Kantönligeist-Systeme"! Das ist eine Zumutung für Lehrpersonen und auch SchülerInnen, gerade auch bei Ortswechseln!
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Das Schweizer Bildungs-Wesen, muss sich ganzheitlich verändern - von diesem unsinnigen, komplizierten, unübersichtlichen, teuren "Bildungs-Wirrwarr" (Kantönligeist-Systeme) in der Mini-Schweiz, hin zu einem Sinn machenden, vereinfachenden, "gesamtschweizerischen" echten "Bildungs-Grundsystem"!
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