Zum Inhalt springen

Header

Audio
Ein Rundgang im Dorf zeigt: Möbel Pfister und das Dorf Suhr gehören zusammen.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 23.10.2019.
abspielen. Laufzeit 03:29 Minuten.
Inhalt

Verkauf von Möbel Pfister «Ich bin überrascht über den Verkauf» – ein Rundgang durch Suhr

Seit 80 Jahren hat Möbel Pfister seinen Hauptsitz in Suhr. Möbel Pfister und das Dorf Suhr: Sie gehören zusammen. Das Möbelhaus wechselt nun aber seinen Besitzer: Am Dienstagmorgen wurde bekannt, dass Möbel Pfister nach Österreich verkauft wird, an den Möbelgiganten XXXLutz. Man müsse wettbewerbsfähig bleiben, so die Begründung. Die Nachricht über den Verkauf machte in Suhr schnell die Runde.

Hauptsitz des Möbel Pfisters in Suhr
Legende: Möbel Pfister hat seinen Hauptsitz seit 80 Jahren in Suhr. Das Unternehmen ist im Dorf stark verankert. SRF

Ein Rundgang eines SRF-Reporters im Dorf zeigt, dass viele Suhrerinnen und Suhrer mit dem Möbelhaus verbunden sind. Viele von ihnen haben auch eine spezielle Geschichte mit dem Unternehmen. «Wir haben einmal zum Abschied des Direktors von Möbel Pfister mit der Suhrer Musikgesellschaft gespielt», erinnert sich ein älterer Herr. «Der Direktor wurde mit einem Sofa, das in einem Lastwagen montiert wurde, transportiert. Wir haben ihn dann morgens um 6 Uhr mit Musik empfangen. Dieser Auftrag gab unserer Musikgesellschaft einen guten Zustupf.»

Die Suhrerinnen und Suhrer sind über «ihr» Unternehmen offenbar gut informiert. Eine ältere Frau erzählt im Gespräch mit SRF über den ehemaligen Möbel Pfister-Chef Meinrad Fleischmann. Dieser war von 2007 bis 2015 beim Möbelhaus, heute ist er der Schweiz-Chef von XXXLutz: «Eine Kollegin hat mir von Herrn Fleischmann erzählt, dass dieser ein toller Chef ist. Vielleicht hat der Verkauft ja etwas mit dieser Verbindung zu tun. Ich hoffe, dass es nun gut läuft und niemand entlassen wird.»

Hauptsitz des Möbel Pfisters in Suhr
Legende: Die Nachricht über den Verkauf von Möbel Pfister hat in Suhr schnell die Runde gemacht. SRF

So optimistisch sind aber nicht alle Suhrerinnen und Suhrer. An der Medienkonferenz gaben die Verantwortlichen zwar bekannt, dass sich bei Möbel Pfister nichts ändern werde. Alle Arbeitsplätze würden beibehalten, ausserdem soll das Möbelhaus unter dem neuen Besitzer, XXXLutz, sogar noch wachsen, dazu brauche man mehr Personal. An dieses Versprechen glauben jedoch nicht alle im Dorf. «Das hört man oft bei einem Verkauf. Oft ist es so, dass sich zwei, drei Jahre nichts ändert, dann kommt aber der Kostendruck und Leute werden entlassen. Das ist schon oft passiert», kritisiert ein Einwohner.

Möbel Pfister ist ein Tradiditonsunternehmen von Suhr und für uns sehr identitätsstiftend.
Autor: Beat RüetschiLangjähriger ehemaliger Gemeindeammann

Überrascht über die Verkaufs-Nachricht von Möbel Pfister war Beat Rüetschi, der in Suhr 20 Jahre lang Gemeindeammann war. «Möbel Pfister ist ein Traditionsunternehmen von Suhr und für uns sehr identitätsstiftend.» Möbel Pfister habe mit seiner Werbung das Dorf Suhr auch bekannt gemacht. Rüetschi erinnert sich an einen TV-Werbespot, bei dem auf der Autobahn Teppiche mit Kamelen nach Suhr gebracht wurden. Möbel Pfister habe auch immer Vereine im Dorf finanziell unterstützt, erinnert sich der frühere Gemeindeammann.

Der Rundgang in Suhr zeigt: Möbel Pfister und der Verkauf ins Ausland beschäftigen die Menschen in Suhr. Pfister ist der drittgrösste Steuerzahler der Gemeinde. Diese hofft natürlich, dass dies auch in Zukunft so bleibt.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Die Traditionsfirma Swissair ging unter, die Nachfolgegesellschaft SWISS wurde an DE verscherbelt und Möbel Pfister wird nun auch entschweizert. Von Ovomaltine & Co reden wir schon gar nicht mehr. Fortsetzung folgt......!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Verena Eberhard  (Verena Eberhard)
      ja leider Ausverkauf der Schweiz.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    16 Jahre lange wohnte auch ich in Suhr und kenne somit die starke Bindung des grossen schweizerischen Möbelhauses "Pfister" mit der Suhrer Bevölkerung! Wenn immer mehr solche Grossunternehmen ins Ausland an fremde Grosskonzerne verkauft werden, wird es langfristig noch "weiter ostwärts gehen": Das zum Weltreich Nr. 1 gewordene CHINA wird auch bei uns bald zur grössten Wirtschaftsmacht, nicht nur im Gast- und Tourismusgebiet, sondern in allen Industriezweigen bieten die Asiaten Kaufangebote an!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Möbel Pfister ging nicht an die Chinesen sondern an ein österreichisches Unternehmen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Verena Eberhard  (Verena Eberhard)
      Nein leider werden fast alle grösseren Unternehmen verkauft damit deren Portemonnaie noch grösser wird das ist der Grund und zudem kaufe ich in Zukunft nur noch in Geschäften ein, welche in Schweizer Hände sind.
      Ich finde es traurig. Zudem meint Pfister, dass alle Mitarbeiter ihren Job behalten können da bin ich gar nicht sicher. Plötzlich sitzen in der Geschäftsleitung, im Verwaltungsrat und auch bei den Teamleitungen nur noch Österreicher.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Rolf Bolliger  (jolanda)
      Ihre Dauerbeobachtung meiner Einträge in Ehren, Herr Planta, aber ich habe nicht geschrieben, dass die Firma Möbel-Pfister an die Chinesen verkauft wurde! Ich habe am Schluss einzig geäussert, dass künftig solche Verschacherungen auch bei anderen grossen Wirtschaftsunternehmen an "noch weiter östlich" liegende Mächte (eben nicht bloss nach Oesterreich oder die Türkei) gehen könnten! Ein Dauer-Schulmeister sollte auch zuerst genau lesen, bevor er seine Belehrungen unter "antworten" schreibt!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen