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Wenn eine Region überdurchschnittlich wächst, wie kriegt man den Verkehr in den Griff?
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 17.10.2019.
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Platz für alle Milliardenprojekte damit der Ostaargau nicht im Verkehr versinkt

  • Der Ostaargau wächst überdurchschnittlich stark. Die Aargauer Regierung will deshalb Verkehr und Siedlung bis 2040 aufeinander abstimmen.
  • Dafür will sie den Richtplan anpassen und hat, so wie es das Parlament gewünscht hatte, die Mobilitätsstrategie weiterentwickelt.
  • Nun liegen die Vorschläge auf dem Tisch. Geplant sind Umfahrungen, Tunnels, neue Brücken, die Limmattalbahn bis Baden, usw.
  • Bis Mitte Januar können Parteien und Verbände nun sagen, was sie von den neuen Einträgen im Richtplan halten. Sie dürften zu diskutieren geben.

Darum geht es: Wirtschaft und Bevölkerung im Ostaargau wachsen stark. Gleichzeitig soll der Aargau ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort bleiben, findet die Regierung. Sie will Fuss- und Veloverkehr, Autos/Lastwagen und ÖV aufeinander abstimmen. Dafür gibt es das Gesamtverkehrskonzept Ostaargau. Für dessen Umsetzung sind zum Teil grosse Projekte nötig. Alle Projekte zusammen dürften weit über eine Milliarde Franken kosten. Alleine die Strassenprojekte belaufen sich auf gut 800 Millionen Franken.

Bevölkerungswachstum im Ostaargau

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Bevölkerungswachstum im Ostaargau
Legende:SRF

Bis 2040 werden in der heute schon dicht besiedelten Region um Brugg/Windisch, Baden und Wettingen gegenüber heute 30 Prozent mehr Menschen leben und 20 Prozent mehr Arbeitsplätze bestehen. Deshalb sollen die Wohngebiete und die Verkehrsachsen räumlich so angelegt werden, dass möglichst wenig Konflikte entstehen.

Grössere Änderungen im Raum Baden: Ein Tunnel unter dem Martinsberg und unter dem Chrüzliberg durch soll das Badener Zentrum vom Verkehr entlasten. Weiter soll die Limmattalbahn von Zürich bis nach Baden fahren und hier über die Hochbrücke geleitet werden. Hier wären nur noch Tram-, Fuss- und Veloverkehr möglich.

Eine Bahn macht nur Sinn, wenn sie durch das Zentrum fährt und viele abholen kann.
Autor: Stephan AttigerAargauer Baudirektor

Der Schulhausplatz soll vom Autoverkehr entlastet werden. Für diese Pläne ist «die Realisierung einer neuen Limmatbrücke aus kantonaler Sicht notwendig», schreibt die Regierung. Es bräuchte also eine neue Brücke für Autos und Lastwagen über die Limmat.

Karte
Legende: zvg/ Bundesamt für Landestopografie

Limmattalbahn bis Baden: Momentan wird die zweite Etappe der Limmattalbahn von Schlieren ZH bis Killwangen AG gebaut. Diese Strecke soll 2022 in Betrieb gehen. Die Aargauer Regierung will den Bau der Bahn von Killwangen bis Baden vorantreiben. «Die Limmattalbahn ist ein zentraler Baustein für die Bewältigung der Mobilitätsbedürfnisse in der Region Baden-Wettingen», hält die Regierung fest.

Für die Limmattalbahn braucht es Platz. Die Hochbrücke soll autofrei werden und Platz für die Bahn, Bus, Velo- und Fussverkehr bieten. Für das braucht es aber die angedachte, neue Brücke über die Limmat. Zudem soll es in Wettingen Tägerhard eine neue SBB-Haltestelle geben. Auch in Spreitenbach ist eine Haltestelle entlang der Limmattalbahn geplant.

Strecke Limmattalbahn Killwangen – Baden

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Strecke Limmattalbahn Killwangen – Baden

Die erste Etappe der Limmattalbahn von Zürich-Altstetten nach Schlieren ist realisiert. Die Strecke von Schlieren nach Killwangen wird gebaut. Nun soll die Etappe von Killwangen nach Baden folgen.

Umfahrung mit Tunnel in Brugg/Windisch: Eine neue Achse vom Kreisel Lauffohr im Osten durch das Aufeld, mit einem Tunnel unter der Aare durch, soll helfen die Region Brugg vom Verkehr zu entlasten. Diese Achse würde den Durchgangsverkehr aufnehmen. Fuss- und Velowege und der ÖV sollen in der Region ausgebaut werden. Veloschnellrouten, Velowege im Zentrum, hier gibt es diverse Pläne.

Karte
Legende: Die blaue Linie markiert das aktuelle Projekt, das nun weiterverfolgt werden soll, die gelben entsprechen alten Ideen. zvg/Bundesamt für Landestopografie

Durchfahrten Ober- und Untersiggenthal: Eine «gross- und kleinräumige Verkehrslenkung und Aufwertung der Ortsdurchfahrten» soll helfen, damit die Gemeinden nicht im Verkehr versinken. Zudem soll auch hier der ÖV gestärkt werden, so die Pläne der Regierung. Gerade am Wochenende sind mehr Busverbindungen geplant. «Es ist auch eine neue Buslinie von Obersiggenthal zum Bahnhof Turgi denkbar».

Gesamtverkehrskonzept und Limmattalbahn als ein Projekt

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Wegen einer engen inhaltlichen Verknüpfung hat der Kanton Aargau die Richtplanverfahren für das regionale Gesamtverkehrskonzept «OASE» und für die Weiterführung der Limmattalbahn bis Baden zeitlich aufeinander abgestimmt. Die öffentlichen Anhörungen für die beiden Vorhaben werden zeitgleich durchgeführt und dauern bis am 17. Januar 2020.

Bis am 17. Januar können Parteien und Verbände nun sagen, was sie von den Richtplananpassungen wegen des Gesamtverkehrskonzepts und zum Bau der Limmattalbahn halten.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Egloff  (PaulEgloff)
    Super Lösungen? Baden wird linksseitig entlastet, die Gemeinden davor und danach haben keine Lösung....
    Zudem wird der Zufluss Richtung Ehrendingen/ Surbtal nicht mal annähernd gelöst.
    Aus meiner Sicht KEINE Lösung die umgesetzt werden sollte in dieser Form.
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  • Kommentar von T. Egloff  (tegl)
    Dieses Projekt ist so ziemlich das dümmste, was man machen kann. Den Verkehr im Siggenthal bis wenige Meter vor das Badener Zentrum in einen teuren Tunnel zu führen, bringt ausser hohen Kosten gar nichts. Das Badener Zentrum wird vermeintlich entlastet, aber das ganze Siggenthal versinkt im Dauerstau, womit die ganze Region an Attraktivität verliert. Das Projekt gehört zurück auf Feld 1.
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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Man könnte meinen, Bevölkerungswachstum falle wie Regen vom Himmel. Wenn wir für die Zuwanderung immer weitere attraktive Bedingungen schaffen, z. B. via Zonenplanung in den Gemeinden, müssen wir uns nicht wundern, wenn wir uns bald in einer Betonwüste wiederfinden. In den 60er und 70er Jahren hat man sich noch planerische Gedanken gemacht über die optimale Bevölkerungszahl und -verteilung in der Schweiz. Heute sind nur noch Technokraten damit beschäftigt,das gottgegebene Wachstum unterzubringen
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