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Der Schweizer Alpenclub wird digital
Aus 10vor10 vom 07.03.2019.
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Tourenführer des Alpenclubs SAC wird digital

Für Bergsportler sind sie eine Art Bibel: die Tourenführer des Schweizer Alpen-Clubs SAC. Diese werden nun schrittweise digitalisiert. Wird das millionenschwere Projekt ein Erfolg? Zeit für eine erste Bilanz.

Der Grindelwaldner Bergführer Marco Bomio kennt das Berner Oberland gut. Seit 40 Jahren arbeitet er als Bergführer. Er ist einer von 32 freien Autoren, die für den SAC Touren digitalisieren und aktualisieren. Er nimmt «10vor10» mit auf eine Erkundungstour auf das Jungfraujoch. «Am Westgrat vom Mönch hat es vor zwei Jahren einen Bergsturz gegeben, ich will jetzt schauen, ob das stabil geblieben ist oder nicht», erklärt Bomio.

Klimawandel verändert Touren

Die Aktualisierung von Bergtouren werden wegen dem Klimawandel immer wichtiger; Gletscher schmelzen und die Landschaft verändert sich. Seit Oktober ist die Plattform online, Link öffnet in einem neuen Fenster. Sie enthält Hoch- und Skitouren, aber auch Touren für Kletterer und Schneeschuhläufer. Wer die Infos nutzen will, zahlt bis zu 40 Franken pro Jahr.

Der SAC will insgesamt 10'000 Touren digitalisieren. Die Plattform ist Teil des neuen Internet-Auftritts des SAC; Kostenpunkt für den neuen Auftritt: acht Millionen Franken. Gut ein Drittel des Geldes stammt vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco.

150'000 SAC-Mitglieder als Zielgruppe

Im Moment haben 1500 Leute ein Abo für das Portal gelöst. Für eine kostendeckende Finanzierung reicht das noch nicht. Doch den Einwand, dass der SAC seine Zielgruppe überschätze, will man nicht gelten lassen.

«Dieser Meinung sind wir nicht», erklärt Andreas Mathyer, Verlagsleiter des SAC. «Einerseits sind unsere Ausbildungskurse immer voll ausgebucht, andererseits haben wir 150'000 Mitglieder, die Bergsport-begeistert sind.» Zudem stehe man noch am Anfang mit der Plattform. Das Ziel sei, dass man bis Ende Jahr 5000 Abonnenten habe, so Mathyer weiter.

Bergführer im Schnee
Legende: Erkundungstour für den digitalen Tourenführer (hier ein Hängegletscher an der Mönchsüdwand). SRF

«Das gefällt mir gar nicht»

Zurück auf dem Jungfraujoch; dort stellt Bergführer Marco Bomio fest, dass sich die Stelle am Mönch nicht gross verändert hat. Dafür entdeckt er eine heikle Stelle in einer Skitour an der Jungfrau. «Das gefällt mir gar nicht, man ist zwar mit den Skiern nur zwei Minuten in dem Hang, aber genau diese zwei Minuten können entscheidend sein», erklärt er. Deshalb wird er im Portal vermerken, dass die Stelle heikel ist und wie sie umgangen werden kann.

Von professionellen Autoren betreut

Die Online-Plattform des SAC ist keine Premiere, es gibt bereits verschiedene Online-Plattformen, wie zum Beispiel «hikr» oder «Gipfelbuch». Diese sind gratis und werden von zahlreichen Nutzern mit Daten zu aktuellen Bedingungen der Touren gefüttert. Die SAC-Plattform dagegen wird von professionellen Autoren betreut, die grossen Wert auf den redaktionellen Inhalt legen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Ich kann sogar einzelne Touren dann AUSDRUCKEN!! Und das im angeblich digitalen Zeitalter! WAHNSINN! SAC goes digital müsste bedeuten: In jedem Alpenchrachen mindestens 5G damit ich mich in der grössten Dunkelheit oder im Nebel dank VR Brille fortbewegen kann. Ab dann gelten auch neue Schwierigkeitsbewertungen, denn eine Tour ohne VR Unterstützung ist mindesten doppelt so sportlich wie eine ohne...
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  • Kommentar von M. Roe  (M. Roe)
    Das ist wohl vernünftig, so wie es auf der Strasse GoogelMaps gibt. Als einzelne unabhängige "Tech-Werkzeuge" sind beide der Menschheit hilfreich. Der "Teufel" (das Böse) steckt erst dann darin, wenn man die einzelnen Werkzeuge an die Globalisierten Systeme schliesst, wie z.B. BlockChain, Huawei, 5G usw. Mehr "Tech" auf diesem Gebiet ist nicht notwendig. Die Menschheit will die Natur nicht den Tech-Konzernen + Tech-Systemen als Fressen vorwerfen. Man muss sich aber engagieren um Natur zu retten.
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