Zum Inhalt springen

Header

Audio
Feuerwehrmann kritisiert Australiens Regierung
Aus Echo der Zeit vom 24.01.2020.
abspielen. Laufzeit 00:00 Minuten.
Inhalt

Kohle aus Australien Australischer Feuerwehrmann kritisiert am WEF seine Regierung

Trotz der nie da gewesenen Buschfeuer haben die australischen Politiker nur das Geschäft mit der Kohle im Blick.

40 Jahre lang hat John Denny in der Berufsfeuerwehr von New South Wales rund um Sydney in Australien Buschfeuer bekämpft. Doch so etwas wie dieses Jahr hat er noch nie erlebt.

Das Ausmass der Feuer sei so gross, dass sich die Feuerwehren nicht mehr gegenseitig unterstützen könnten. «Wir hatten schon immer Buschfeuer. Aber nie überall und gleichzeitig. Dieses Mal muss jede Feuerwehr selber, vor Ort, löschen.»

Feuer Folge des Klimawandels

Die Brände seien schlicht zu gross und könnten praktisch nicht gelöscht werden, so Denny weiter. Für den inzwischen pensionierten Feuerwehrmann ist unbestritten, dass die Feuersbrunst vor allem eine Folge des Klimawandels ist.

Seit der Jahrtausendwende hätten er und seine Feuerwehrkolleginnen und -kollegen bemerkt, dass es immer schwieriger werde, die Feuer zu bekämpfen. Ihre Warnungen seien allerdings in den Wind geschlagen worden.

Kohleförderung.
Legende: Australien fördert jedes Jahr gegen 500 Millionen Tonnen Steinkohle. Der grösste Teil davon wird exportiert. Reuters

Die aktuellen Buschfeuer sind für ihn deshalb ein Weckruf – nicht nur für Australien, sondern für die ganze Welt. «Wir müssen den CO2-Ausstoss sofort und massiv senken, wenn wir in Zukunft nicht wieder solche Zustände haben wollen», sagt Denny. Er hat seine Frau nach Davos ans WEF begleitet, die hier einen Auftritt hatte.

Kritik an australischer Regierung

Denny nutzte die Gelegenheit, um den australischen Finanzminister Mathias Cormann in der Öffentlichkeit zu kritisieren: Die Regierung mache viel zu wenig im Kampf gegen den Klimawandel.

Das aber lässt Cormann, der zugleich auch Stellvertretender Premierminister ist, nicht auf sich sitzen: «Australien trägt viel dazu bei, den CO2-Ausstoss zu senken. Die Steinkohle aus Queensland etwa ist viel weniger schädlich als andere Kohlearten», sagt er auf einem Podium in Davos überzeugt.

Mann vor WEF-Logo.
Legende: Warb in Davos für australische Kohle: Vizepräsident Mathias Cormann. Reuters

Cormann traf in Davos unter anderem den indischen Handelsminister. Bei ihm warb er für die australische Steinkohle aus Queensland – schliesslich sei Indien für die Stromerzeugung auf Kohle angewiesen. «Entweder braucht Indien saubere Steinkohle oder umweltschädlichere Braunkohle.» Damit reichte Cormann den Schwarzen Peter an den Braunkohle-Produzenten China weiter.

Hoffen auf andere Politiker

Darob schüttelt Feuerwehrmann Denny bloss den den Kopf – und sagt diplomatisch: «Es ist ungewöhnlich, wenn der Finanzminister sagt, dass Australien zur CO2-Reduktion beitrage, gleichzeitig aber die grösste Kohlemine in Australien eröffnet und weiter Kohle exportiert.»

Denny hofft deshalb auf einen politischen Umschwung in seinem Heimatland. Denn der Wandel müsse jetzt kommen, schliesslich sei Australien von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Schon blamabel, dass gerade ein "Sonnenland wie Australien" so wenig auf "erneuerbare Energien setzt" vermutlich liegt es "Unwillen etwas zu ändern"!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Margot Helmers  (Margot Helmers)
    Die australische Regierung ist mitverantwortlich für die verheerenden Buschbrände. Sie hat das Wasser im grossen Stil privatisiert und an int. Konzerne verscherbelt, damit so sagenhafte 43'000 Fracking-Gas-Quellen erschlossen werden können. Dazu sehe man sich folgenden Beitrag an: "Warum brennt Australien? Von wegen Klimawandel!" Und früher wurden die leicht entzündlichen Blätter und Unterholz nach der Regenzeit kontrolliert abgebrannt. Heute lässt man das wegen dem Artenschutz liegen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jörg Frey  (giogio)
      Die australische Regierung ist ganz verantwortlich für die Buschbrände, ganz einfach. Diese Regierung hat nichts schläueres zu tun, um dem senilen Klimalügner Rupert Murdoch hinten nach zu kuschen und sich dafür fürstlich bezahlen zu lassen. Alles andere sind billige Ausreden der Ewiggestrigen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von mahmut alane  (holundder)
    Schon erstaunlich wie dreist diese Politiker sind. Kohle von Australien anpreisen?? Echt jetzt? Skrupellosigkeit dieser "Menschen" kennt keine Grenzen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen