Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Inhalt

Im Fall eines harten Brexits Regierung rechnet laut Medienbericht mit Versorgungsengpässen

  • Für den Fall eines harten Brexits rechnet die britische Regierung mit Engpässen bei Lebensmitteln, Benzin und Medikamenten.
  • Das berichtet die Zeitung «Sunday Times» unter Berufung auf Regierungsdokumente.
  • Sollte Grossbritannien kein Austrittsabkommen mit der EU abschliessen, drohe zudem eine Blockade an den Häfen.
Legende: Video Aus dem Archiv: Wie weiter mit EU-Bürgern in Grossbritannien? abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.08.2019.

Auch sei eine harte Grenze zu Irland möglich, schreibt das Blatt. Die Behörde Cabinet Office prognostiziere in diesen Unterlagen die wahrscheinlichsten Nachbeben eines No Deal, also eines ungeordneten EU-Austritts Grossbritanniens.

Landesweite Proteste befürchtet

Demnach müssten Lastwagen wegen der Zollkontrollen mit Verzögerungen von bis zu zweieinhalb Tagen rechnen. An den Häfen dürften die Störungen bis zu drei Monate dauern, bis sich der Zustand etwas verbessere. Ausserdem könnte es zu landesweiten Protesten kommen.

Demonstranten gegen den Brexit
Legende: Immer wieder gab es Demonstrationen gegen den Brexit, wie hier im Juli in London. Nach einem harten Brexit werden landesweite Proteste befürchtet. Keystone

Der britische Premierminister Boris Johnson hat angekündigt, den Brexit spätestens am 31. Oktober vollziehen zu wollen, mit oder ohne Abkommen mit der EU. Ende Juli hatte Johnson erklärt, die Vorbereitungen für einen Austritt ohne Vertrag in allen Bereichen zu beschleunigen – von den Häfen über Banken bis zu den Spitälern.

Widerstand im Unterhaus

Mit seinem harten Kurs dürfte Johnson jedoch auf Widerstand im Unterhaus stossen, das sich Mitte März explizit gegen einen ungeregelten Brexit ausgesprochen hatte. Allerdings fand auch der von Johnsons Vorgängerin Theresa May mit der EU ausgehandelte Austrittsvertrag im Parlament keine Mehrheit.

Stein des Anstosses ist die sogenannte Backstop-Regelung zur Grenze zwischen der britischen Provinz Nordirland und dem EU-Land Irland. Dort soll es nach dem Willen von Brüssel auf keinen Fall wieder Kontrollen geben. Ansonsten wird ein Wiederaufflammen der Gewalt befürchtet, wie in den Jahrzehnten vor dem Nordirland-Friedensabkommen von 1998.

Möglicher Konjunkturkiller

Ein ungeregelter EU-Ausstieg, der Handelsströme und Lieferketten zu unterbrechen droht, wird als Konjunkturkiller gefürchtet. Er dürfte die Wirtschaft nach Ansicht der britischen Notenbank letztlich in die Rezession stürzen.

Aus Regierungskreisen verlaute, Johnson wolle die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron in der kommenden Woche darüber in Kenntnis setzen, dass das britische Parlament den Brexit nicht blockieren könne. Johnson will sich mit seinen europäischen Amtskollegen noch vor dem G7-Gipfel vom 24. bis 26. August im französischen Biarritz treffen.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

63 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    "…müssten Lastwagen wegen der Zollkontrollen mit Verzögerungen von bis zu zweieinhalb Tagen rechnen". Wir schreiben den 18.8., also fast 2.5 Monate vor dem Brexit am 31.10. Wenn man wollte, hätte man noch mehr wie genügend Zeit, sich bei der Versorgung darauf einzustellen. Es geht rein nur um's bewusste und gezielte Hintertreiben der Volksentscheidung zum BREXIT, und zwar im insgeheim auf EU Seite stehenden Deep-State Apparat in GB, und natürlich der EU-Behörden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Christmann  (chrischi1)
    Hat Sunday Times auch publiziert, dass gemäss neuster Umfrage 48% der Briten einen harten Brexit befürworten, lediglich 35% eine Regierung Corbyn und 17% unentschlossen sind?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Lena Kälin  (flower)
      Nein, hat sie hoffentlich nicht sofern sie seriös ist. Eine Umfrage mit der Fragestellung "Corbyn oder Hard Brexit" ist nämlich in etwa vergleichbar mit einer Umfrage "Kochen oder 3. Weltkrieg".
      Äpfel -> Birnen

      Sinnvolle Umfragen vergleichen immer 2 miteinander korrelierende Dinge, wie beispielsweise "Remain oder Leave": https://www.politico.eu/europe-poll-of-polls/united-kingdom/#93494
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alex Moser  (AM)
    England geht es darum, wieder selber entscheiden zu können - eine legitime Forderung eines jeden Landes.

    Der EU geht es darum, den einzelnen Staaten sowenig Selbstständigkeit und eigene Entscheide wie möglich zu erlauben - eine in meinen Augen unlautere Absicht.

    Ginge es der EU um das Wohl der Bürger in Europa, müssten sie weder uns noch GB erpressen, sondern ganz einfach bilaterale Verträge abschliessen, die jeweils im Interesse beider Seiten sind.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Toni Koller  (Tonik)
      Dass die EU " den einzelnen Staaten so wenig Selbstständigkeit und eigene Entscheide wie möglich" erlauben wolle, ist eine reine Behauptung. Mit der ständigen Wiederholung wird sie nicht wahrer. "Selber entscheiden" kann man übrigens auch, EU-Mitglied zu blieben oder zu werden - wie dies alle Mitgliedsländer demokratisch getan haben (teils durch Volksentscheide, teils durch Entscheide demokratisch gewählter Parlamente).
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Junior Cruz  (Junior Cruz)
      Die Interessen der EU sind klar, sind vertraglich festgehalten und wurden auch so kommuniziert. Jetzt müssen nur noch die Briten sich entscheiden was sie wollen. Es geht vor allem um Nordirland und Südirland! Ist das geklärt, könnten die Briten morgen aussteigen mit allen Konsequenzen! Ich würde den Begriff "Erpressung" nicht zu voreilig um sich schmeissen, denn das können Sie nicht belegen! Mit subjektive Wahrnehmungen kann man nicht viel anfangen, hier geht es um knallharte Fakten!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      Verträge werden jeweils zu Bedingungen abgeschlossen mit denen beide Vertragspartner einverstanden sind. Nicht zu irgendwelchen Wunschvorstellungen einer Partei. Auch nicht wenn diese Nationalisten sind und ihre Wähler bei Laune halten müssen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      Vergessen wir nicht, die ganze Brexit-Geschichte begann mit der Publikation von neuen Regeln betreffend Steuerhinterziehung 2015 oder so, mit Inkrafttreten im Mai 2019 (plus-minus). Diese Ankündigung führte zu einer Propagandawelle gegen die EU. Vorher war ein EU-Austritt in der Liste der "Wünsche der Briten" unter "ferner liefen".

      "Selber entscheiden" zu können ist ein vorgeschobenes Argument.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Moser: Da liegen Sie falsch. Kein Beschluss der EU ohne die einzelnen Staatschef. Zudem erpresst die EU kein Land, vor allem nicht GB. GB hat schon bei der Aufnahme den Britenrabatt erpresst, also 66% des Geldes das GB zahlt muss über Subventionen, vor allem für die Landwirtschaft direkt ins Land zurück fliessen und jetzt bei den Brexitverhandlungen ist die EU 75 mal auf Wünsche der Briten eingegangen. Es darf auch von den Rechten erwartet werden, die vollumfängliche Wahrheit zu benennen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen