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Wie hat die Pandemie die Machtverhältnisse verändert?
Aus SRF News vom 09.07.2020.
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Coronavirus weltweit Die internationale Lage in der Übersicht

Länder im Vergleich

Mit der unten stehenden Grafik lässt sich die Verbreitung von Covid-19 in bis zu sechs Ländern vergleichen – so gut wie es die Daten eben hergeben. Um die Vergleichbarkeit zu verbessern, zeigen wir sowohl neu gemeldete Infektionszahlen als auch Todesfälle im Durchschnitt über sieben Tage. Die logarithmische Skala ermöglicht einen besseren Vergleich der Trendlinien – falls Sie aber eine lineare Skala bevorzugen, können Sie diese auswählen.

USA

Nach Corona-Rekordzahlen in den USA zeichnet sich weiterhin keine Entspannung ab. Die Zahl der Neuinfektionen im Land erreichte am Donnerstag einen neuen Höchststand. Rund 63'200 neue Fälle binnen 24 Stunden gab es nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität.

Trotzdem plant Präsident Donald Trump weitere Wahlkampfveranstaltungen. Am Samstag will er auf dem Flughafen von Portsmouth, New Hampshire, vor tausenden Anhängern sprechen.

Nach Einschätzung von US-Immunologe Anthony Fauci sind die aktuellen Corona-Ausbrüche in vielen Teilen der USA auf die zu frühe Wiedereröffnung einiger Bundesstaaten zurückzuführen.

Europa

Deutschland: In den meisten Bundesländern läuft das Leben wieder ziemlich normal. Maskenpflicht herrscht im ÖV, in Geschäften und Restaurants. Viele Kinder gehen zumindest tageweise zur Schule. Grossveranstaltungen bleiben wegen der Pandemie noch bis mindestens Ende Oktober mit einigen Ausnahmen verboten.

Fast zwei Drittel der Deutschen sprechen sich gemäss einer Umfrage für eine Beibehaltung der Regeln zum Tragen einer Schutzmaske aus. Laut der Erhebung des Instituts Civey plädieren dagegen knapp 31 Prozent für eine Lockerung.

Italien: Italien wird den nationalen Ausnahmezustand wahrscheinlich über das Monatsende hinaus verlängern. Dadurch könne die Regierung weiter mit den notwendigen Massnahmen zur Virus-Eindämmung reagieren, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte. Italien hatte Ende Januar einen sechsmonatigen Notstand ausgerufen. Das ermöglicht der Regierung unter anderem, Beschränkungen einfach zu verordnen oder zu verschärfen.

Zwei Männer messen den Abstand am Strand.
Legende: Nach Monaten eingeschränkter Reisefreiheit hatte Italien anfangs Juni die Landesgrenzen für EU- und Efta-Bürger wieder geöffnet. Keystone

Österreich: Nach einem spürbaren Anstieg der Corona-Infektionen hat Oberösterreich als erstens Bundesland die komplette Maskenpflicht wiedereingeführt. Seit Donnerstag muss wieder eine Maske beim Betreten von Läden und in Lokalen auf dem Weg zum Tisch getragen werden.

Seit vergangenem Freitag hat Oberösterreich Schulen und Kindergärten wieder geschlossen. Das Tragen von Masken ist im restlichen Österreich noch im ÖV, in Apotheken, Praxen und Kliniken sowie für Angestellte in manchen Dienstleistungsberufen Pflicht.

Frankreich: Mit knapp 30'000 Toten ist das Land besonders stark von Covid-19 betroffen. Die Regierung hatte von Mitte März bis Mitte Mai eine strenge Ausgangssperre verhängt. Mittlerweile gehen die Zahlen der Neuinfektionen zurück.

In weiten Teilen des Landes haben Campingplätze oder Ferienhäuser für Touristen wieder geöffnet. Auch in Paris sind die Restaurants wieder komplett offen. Schulen sind wieder alle offen. Auch die Kinos haben nach drei Monaten wieder geöffnet.

Strände und Parks sind wieder zugänglich. Grosse Museen dürfen ebenfalls wieder Besucher empfangen. Ab dem 11. Juli sollen dann Sportstadien wieder zugänglich sein, zunächst aber für maximal 5000 Zuschauer.

Portugal: Wegen einer Zunahme der Infektionen sind weite Teile des Grossraums Lissabon seit dem 1. Juli wieder zwei Wochen lang im Lockdown. Die Bewohner dürfen nur noch aus dem Haus gehen, um Einkäufe zu tätigen, zur Arbeit zu fahren oder einen Arzt aufzusuchen.

Spanien und Portugal erklärten die gemeinsamen Grenzen nach dreimonatiger Schliessung am 1. Juli für wieder eröffnet.

Serbien: Nach einem starken Anstieg der Infektionszahlen hat die serbische Regierung am Dienstag eine Ausgangssperre fürs Wochenende angekündigt. Präsident Aleksandar Vucic sprach im Fernsehen von einer ernsten Lage und betonte, besonders die Hauptstadt sei stark betroffen. «Alle Spitäler in Belgrad sind fast voll», sagte Vucic weiter. Daher werde von Freitag bis Montag ein Ausgehverbot verhängt. Auch gilt nun Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und Ämtern.

Nach Vucics Ankündigungen kam es bei Protesten gegen die neuen Massnahmen am Dienstag- und Mittwochabend zu Ausschreitungen in der Hauptstadt Belgrad sowie weiteren Städten.

Spanien: Die Balearen und Katalonien führen eine allgemeine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit ein. Bei Verstössen wird eine Busse von 100 Euro fällig. Ausnahmen gelten für Sport, Schwimmen und Sonnenbaden am Strand. Auf den Balearen gilt die Regelung ab Montag, in Katalonien seit Donnerstag.

Nach dem derzeit für ganz Spanien im Rahmen der «neuen Normalität» gültigen Dekret der Zentralregierung in Madrid gilt eine Maskenpflicht im Freien nur dann, wenn ein Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Am Strand sowie in Cafés und Restaurants wird meist keine Maske getragen.

Spanien ist mit rund 28'400 Corona-Toten und etwa 253'000 Infizierten eines der in Europa am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder. Landesweit sind die Zahlen jedoch seit Mitte Mai stark gesunken.

Grossbritannien: Nach mehr als drei Monaten Zwangspause in der Coronakrise haben die Pubs in England am vergangenen Sonntag wieder geöffnet – und einen Ansturm erlebt. Im Londoner Ausgehviertel Soho drängten sich die Menschenmassen. Die Lockerung gilt vorerst nur in England und Nordirland. In Schottland und Wales müssen sich die Menschen noch gedulden, bevor sie wieder in den Pub gehen können.

Ab dem Wochenende seien Freiluft-Theater wieder erlaubt, gab Kulturminister Oliver Dowden bekannt. Ab kommender Woche dann können Schönheitssalons öffnen und ab dem 25. Juli Fitness-Studios und Hallenbäder.

Wer nach Grossbritannien einreist, muss für vierzehn Tage in Quarantäne – sonst droht eine hohe Busse. Diese Vorschrift wurde am Freitag, 10. Juli für Bürger aus 59 Ländern, darunter die Schweiz und viele EU-Staaten aufgehoben. Diese neue Regelung wird aber nur für England gelten – für die Landesteile Wales, Schottland und Nordirland gelten weiterhin die bisherigen Quarantänevorschriften.

Johnson sitzt im Parlament.
Legende: Das Königreich ist neben Belgien das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Und Gesundheitsexperten warnen eindringlich vor einer zweiten Corona-Infektionswelle. Keystone

Griechenland: Eine Einreise ist aus 29 Staaten – auch der Schweiz – wieder ohne Quarantäne möglich. Tavernen, Bars und Cafés sowie Hotels sind wieder geöffnet. Alle Reisenden nach Griechenland müssen sich mindestens 48 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und ein Formular ausfüllen, in dem sie angeben müssen, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Einreisende aus Nicht-EU-Ländern müssen einen Coronatest machen. Das Land hat am 1. Juli alle seine Flughäfen auf den Inseln und in den Ferienregionen des Festlandes für Auslandsflüge geöffnet.

Am Montag haben die Behörden gemeldet, dass 36 Touristen positiv getestet wurden. Die meisten stammen aus Serbien, die Einreise für Menschen aus Serbien wurde darauf erschwert. Nach mehreren eingeschleppten Corona-Fällen verschärft die griechische Regierung zudem ihre Kontrollen an der Grenze zu Bulgarien. Ab kommenden Dienstag müssen alle Reisenden, die vom bulgarischen Kulata ins griechische Promachonas kommen, einen negativen Coronatest vorzeigen, der höchstens 72 Stunden alt ist.

Schweden: Anders als andere Länder hat Schweden weit weniger strenge Massnahmen gegen das Coronavirus ergriffen und sieht sich nun mit hohen Fallzahlen konfrontiert. Auch hier gelten für die Bürger aber bestimmte Corona-Beschränkungen. Dazu gehört etwa ein Besuchsverbot in Altersheimen oder eine maximale Teilnehmergrenze von 50 Personen für öffentliche Versammlungen. Restaurants, Bars und Cafés blieben aber ebenso durchgehend geöffnet wie Schulen und Kindergärten.

Wie 28 weitere Länder steht Schweden auf der vom Bundesrat publizierten Liste von Risikoländern mit «hohem Infektionsrisiko». Wer aus diesen Ländern in die Schweiz einreist, ist zu einer zehntägigen Quarantäne verpflichtet.

Russland: Russland weist nach den USA, Brasilien und Indien die meisten Infektionen weltweit auf, verzeichnet aber im Verhältnis deutlich weniger Todesfälle. Trotz konstant hoher Infektionsmeldungen hat in Russland anfangs Juni eine grössere Lockerungswelle begonnen. Museen, Ausstellungen, Terrassen von Cafés, Coiffeure und Schönheitssalons sind in Moskau wieder offen. Zehntausende von Ferienreisenden aus Russland und der Ukraine sind mittlerweile an den Stränden des Schwarzen Meeres angekommen.

Naher Osten

Ägypten: Im mit rund 98.4 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Land in Nordafrika haben sich bislang über 79'000 Menschen infiziert. Über 3600 Menschen sind dem Virus erlegen. Der Tourismus für ausländische Gäste wird vorerst auf Ferienorte in drei an der Küste liegenden Provinzen begrenzt.

Restaurants und Cafés dürfen derzeit bei 25 Prozent Belegung bis 22 Uhr abends Gäste empfangen. Private Strände, etwa von Hotels, sind unter Auflagen geöffnet, öffentliche Strände und Parks bleiben trotz Temperaturen bis 40 Grad Celsius aber noch geschlossen. Unter anderem gilt in Geschäften, Supermärkten und im öffentlichen Nahverkehr eine Maskenpflicht.

Saudi-Arabien: Mit mehr als 223'000 gemeldeten Infektionen und über 1900 Toten ist Saudi-Arabien im Vergleich zu anderen Ländern im arabischen Raum besonders stark vom Coronavirus betroffen. Die Regierung hatte die Ausgangsbeschränkungen zuletzt trotzdem gelockert.

Muslimische Pilger müssen bei der diesjährigen Wallfahrt Hadsch Ende Juli zur Eindämmung des Coronavirus einen Mundschutz tragen. Zusätzlich zur Maskenpflicht sollen Ordner ein zu grosses Gedränge verhindern und dafür sorgen, dass die Gläubigen einen Mindestabstand von anderthalb Metern einhalten.

Israel: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, wurden für Donnerstag 1464 Fälle gemeldet – so viele wie nie zuvor an einem Tag in dem Land seit Ausbruch der Pandemie. Insgesamt wurden in Israel bislang mehr als 35'500 Infizierte registriert.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht für sein Krisenmanagement zunehmend in der Kritik. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Infektionswelle. In der Nacht auf Freitag verhängte die Regierung Ausgangsbeschränkungen für Teile von fünf Städten, darunter auch Jerusalem. Zur Milderung der wirtschaftlichen Einschränkungen hatte die Regierung ein Milliarden-Hilfspaket vorgestellt.

Verteidigungsminister und alternierender Premierminister Benny Gantz begab sich nach einem möglichen Kontakt mit einem Infizierten vorsorglich in Quarantäne. Ein Lockdown im Westjordanland wurde wegen der auch in diesem Gebiet steigenden Zahlen derweil bis Montagmorgen verlängert.

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Corona-Virus in Israel
Aus Tagesschau vom 07.07.2020.
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Türkei: Angesichts steigender Corona-Fallzahlen hat die Türkei die Maskenpflicht ausgeweitet. In den Metropolen Istanbul, Ankara und in Bursa müssen die Einwohner nun auch im Freien Masken tragen. Seit April gilt bereits die Maskenpflicht an belebten Orten.

Die Türkei hatte die Pandemie im Land zunächst mit strikten Massnahmen eingedämmt. Am 1. Juni hatte Ankara dann zahlreiche Restriktionen gelockert. Cafés und Restaurants sowie Hallenbäder, Sportstudios oder Kindergärten haben wieder offen. Auch Strände, Parks und Museen sind wieder zugänglich.

Lateinamerika

Lateinamerika hat sich zu einem Hotspot der Pandemie entwickelt: Grosse Armut, dichte Siedlungen und mangelnde Gesundheitsversorgung haben zu
einer Vervielfachung der Fälle geführt. Am stärksten betroffen sind Brasilien, Peru, Chile und Mexiko.

Brasilien: Brasilien ist hinter den USA das am zweitstärksten betroffene Land weltweit. Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften weit höher liegen, auch weil das Land wenig testet. Wissenschaftlichen Studien und Schätzungen gehen von siebenmal mehr Infizierten und doppelt so vielen Toten aus. Besonders betroffen sind auch die Armenviertel, die Favelas von Rio de Janeiro und São Paulo. Dennoch werden in Brasilien vielerorts Massnahmen gelockert, Geschäfte sind wieder geöffnet. Für Touristen galt bis zum 7. Juli ein Einreiseverbot.

Die Strände von Rio de Janeiro bleiben für Schwimmer und Sonnenbadende geschlossen, bis ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung steht. Am Strand würden keine Masken getragen, damit komme es zu mehr Infektionen, begründet Bürgermeister Marcelo Crivella die Entscheidung. Die auch bei Touristen beliebten Strände sind gegenwärtig nur für Sport und Wassersport geöffnet. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sich überdies mit dem Coronavirus infiziert.

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Brasiliens Präsident Bolsonaro positiv getestet
Aus Tagesschau vom 07.07.2020.
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Peru: Im Andenstaat galten seit Beginn der Krise strenge Ausgangsbeschränkungen, trotzdem verzeichnet Peru nach Brasilien die meisten Infektionen in Südamerika. Seit Anfang Juli hat die Regierung aber erste Massnahmen gelockert, unter anderem für den wichtigen Bergbausektor. Auch Geschäfte haben mit Einschränkungen wieder geöffnet. Ab Mitte Juli soll der Flugverkehr im Inland wieder aufgenommen werden.

In Peru können sich viele Menschen als Schuhputzer, Müllsammler, fliegende Händler und Tagelöhner nicht leisten, zu Hause zu bleiben.

Chile: Obwohl die Hauptstadt Santiago de Chile seit mehr als einem Monat unter einem Lockdown steht, ist die Zahl der Infektionen in die Höhe geschnellt. Gemessen an der Anzahl Todesfälle pro Million Einwohner ist das Land noch vor Peru und Brasilien in Südamerika am stärksten betroffen.

In Santiago gibt es immer wieder zum Teil heftige Proteste, weil die Menschen seit Wochen nicht mehr zur Arbeit können und kaum eine soziale Absicherung besteht. Nun unterstützt die Regierung Hilfsbedürftige mit umgerechnet rund 118 Franken im Monat. Bis auf Weiteres dürfen auch keine Touristen ins Land reisen.

Gestapelte Särge.
Legende: In der Hauptstadt stapeln sich die Särge von Menschen, die an den Coronavirus-Folgen gestorben sind. Keystone

Bolivien: Boliviens Präsidentin Jeanine Anez gibt viaTwitter ihre Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus bekannt. Ein entsprechender Test sei positiv ausgefallen, erklärt sie und betont, dass es ihr «gut» gehe. In Bolivien gibt es über 44'000 bestätigte Corona-Fälle und mehr als 1600 Tote.

Mexiko: In Mexiko steigt die Zahl der festgestellten Ansteckungen um 7280 auf 282'283, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Der Zuwachs bedeutet einen Rekordwert bei den täglichen Neuinfektionen. Die Zahl der registrierten Todesfälle legt um 730 auf 33'526 zu. In Mexiko Stadt sollten die Beschränkungen in diesen Tagen eigentlich gelockert werden. Angesichts der steigenden Infektions- und Opferzahlen schob die Stadtverwaltung die Öffnung einzelner Branchen weiter auf.

Asien

China: Nach dem Corona-Ausbruch in Peking hat die Hauptstadt seine Testkapazitäten deutlich erhöht. Peking mit seinen 20 Millionen Einwohnern könne nun täglich fast eine Million Corona-Tests vornehmen, teilte die Gesundheitskommission mit. Mittlerweile meldet China denn auch wieder lediglich einstellige Neuinfektionen pro Tag.

Der Ausbruch Mitte Juni auf dem Grosshandelsmarkt Xinfadi in Peking hatte Angst vor einer zweiten Coronawelle in China geschürt – nachdem wochenlang kaum Neuinfektionen aufgetreten waren. Seitdem wurden die Eindämmungsmassnahmen in und um 32 Pekinger Stadtviertel wieder verschärft.

Hongkong wird einem Medienbericht zufolge wegen eines Anstiegs der Neuinfektionen alle Schulen schliessen. Mindestens 30 weitere Menschen seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, berichtet die «South China Morning Post» unter Berufung auf Gesundheitsexperten. Die Menschen hätten sich vor Ort angesteckt. Am Donnerstag wurden bereits 42 Neuinfektionen registriert, in 34 Fällen handelt es sich um eine lokale Übertragung.

Mann an einem Fischstand.
Legende: Nach diesem neuen Ausbruch kontrollieren die chinesischen Behörden derzeit verstärkt die Märkte im Land. Auch als ursprünglicher Ausgangspunkt der Corona-Pandemie wird ein chinesischer Markt vermutet. Als Konsequenz daraus will China den Verkauf von lebendem Geflügel und das Schlachten der Tiere auf Märkten schrittweise verbieten. Keystone

Südkorea: Die Gesundheitsbehörden in Südkorea sehen das Land mittlerweile einer zweiten Welle der Coronavirus-Ausbreitung ausgesetzt. Laut WHO sind das neue Herde, die in Verbindung mit Clubs und Vergnügungsparks stehen.

Es sollen wieder strengere Einschränkungen eingeführt werden, sollten die täglichen Neuinfektionen in den nächsten Tagen nicht zurückgehen.

Singapur: Nach anfänglichen Erfolgen bei der Virusbekämpfung hat der dicht besiedelte Stadtstaat derzeit am meisten registrierte Infizierte in ganz Südostasien, trotz rigoroser Massnahmen. Grund sind die prekären und engen Wohnverhältnisse von Gastarbeitern.

Indien: Indien meldet 26'506 Neuinfizierte, womit sich die Gesamtzahl der Marke von 800'000 nähert. Indien steht damit weltweit auf Rang drei. Insgesamt sind bislang mehr als 21'000 Menschen an dem Virus gestorben. Lokale Behörden wollen die Einschränkungen nun wieder verschärfen.

In der Hauptstadt Neu-Delhi werden die Spitalbetten knapp. So lässt die Millionenmetropole Züge, Hochzeitshallen, Hotels und Stadien in temporäre Coronakliniken umwandeln. In den sozialen Netzwerken kursieren viele Videos von verzweifelten Leuten, die versuchen, ihre Angehörigen mit Covid-Symptomen in ein Spital zu bringen – und immer wieder abgewiesen werden.

Immerhin gibt es etwas Hoffnung: Eine Generikaversion des Medikaments Remdesivir wurde für umgerechnet 60 Franken pro 100-mg-Fläschchen von der indischen Arzneimittelbehörde zugelassen. Das ist viel billiger als in anderen Ländern.

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Neue Welle in Indien
Aus Tagesschau vom 04.07.2020.
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Iran: Das Land wird derzeit von der zweiten Corona-Infektionswelle überrollt. Der Montag war der bisher tödlichste Tag: 200 Tote an einem Tag. Besonders viele Menschen stecken sich in öffentlichen Verkehrsmitteln an. Die Regierung schreckt bisher vor einem landesweiten Lockdown zurück, hat jetzt aber eine Maskenpflicht verhängt.

Präsident Hassan Rohani will und muss einerseits Lockerungen vornehmen, um eine noch grössere Wirtschaftskrise im Land zu verhindern. Andererseits steigen aber die Fallzahlen. Trotz Kritik von Experten bleibt Rohani seiner Linie vorerst treu. Als Präsident müsse er an Gesundheit und Geldbörse der Menschen gleichzeitig denken.

Indonesien: Die beliebte Urlaubsinsel Bali in Indonesien wird nach dem Corona-Lockdown voraussichtlich im September wieder ausländische Touristen empfangen. Die Regierung hat derweil neue Regeln festgelegt, welche schrittweise implementiert werden sollen. Sie werden als die «neue Normalität» bezeichnet. Die Gesamtzahl der Infizierten in dem südostasiatischen Inselstaat liegt bei über 72'000, es gibt über 3400 Todesopfer.

Mann desinfiziert den Nana Dasana Temple in Jakarta.
Legende: Die im Zuge der Pandemie geschlossenen Tempel, Märkte und andere Sehenswürdigkeiten sollen in einer ersten Lockerungsphase sogar bereits heute wieder öffnen, teilte die örtliche Regierung am Montag mit. Keystone

Afrika

In Afrika sind inzwischen eine halbe Million Corona-Fälle verzeichnet worden. Zudem seien fast 12'000 Menschen gestorben, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch mit. In 22 Staaten hätten sich die Fälle im vergangenen Monat mehr als verdoppelt. Dennoch nimmt die Pandemie einen anderen Verlauf als anderswo auf der Welt. Ersten Analysen zufolge könnte die relativ niedrige Todesrate mit der demografischen Struktur des Kontinents zu tun haben, da mehr als 60 Prozent aller Afrikaner jünger als 25 Jahre sind.

Es wird aber auch wenig getestet, weil es für afrikanische Länder schwierig ist, auf dem globalen Markt Testkits zu kaufen und die Kapazitäten der Labore auszubauen.

Auf dem Kontinent hat Südafrika bisher mit mehr als 238'000 die höchste Zahl bekannter Coronavirus-Fälle. Rund 3700 Menschen sind im rund 57.8 Millionen Einwohner zählenden Land gestorben.

Australien

Australien: Die Millionenmetropole Melbourne ging wegen eines starken Anstiegs der Corona-Infektionen erneut in einen sechswöchigen Lockdown. Die zweitgrösste Stadt des Landes hatte erst ab Anfang Juni langsam die Wirtschaft wieder geöffnet. Nun traten am Mittwoch um Mitternacht wieder strikte Ausgangssperren in Kraft. Am Dienstag hatten die Gesundheitsbehörden 191 Neuinfektionen bestätigt, einer der höchsten Anstiege innerhalb eines Tages in Australien seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

Neuseeland: Damit die Quarantäne- und Isolationszentren des Landes in der Corona-Pandemie nicht an ihre Kapazitätsgrenzen geraten, hat die Regierung vorübergehend die Buchung internationaler Flüge eingeschränkt. Auch die nationale Fluglinie Air New Zealand hat einem kurzfristigen Buchungsstopp zugestimmt. Damit solle sichergestellt werden, dass für alle Heimkehrer genügend Plätze für eine geordnete Isolation oder Quarantäne zur Verfügung stünden, sagte sie zur Begründung.

Offiziellen Angaben zufolge befinden sich in Neuseeland derzeit knapp 6000 Menschen in 28 Isolationszentren. Seit dem 26. März hätten bereits mehr als 26'400 Menschen eine Isolation oder Quarantäne durchlaufen. Neuseeland hatte am 8. Juni die erste Coronavirus-Welle für überstanden erklärt. Auf den beiden Inseln gab es bisher rund 1542 bestätigte und mögliche Infektionsfälle. 22 Menschen starben in Zusammenhang mit Covid-19.

SRF 4 News, 10.07.2020, 14:30 Uhr;

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