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Fast eine MIllion Ansteckungen weltweit
Aus Tagesschau vom 01.04.2020.
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Coronavirus weltweit Die internationale Lage in der Übersicht

  • Mit beinahe 220'000 Infektionen sind die USA das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land weltweit.
  • In Europa verzeichnet Italien mit bisher über 110'000 Ansteckungen am meisten Infektionen. In Spanien stiegt die Zahl ebenfalls auf über 110'000.
  • Weltweit wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bis am Mittwochabend (MEZ) mehr als 950'000 Infektionsfälle gezählt.
  • Über 48'000 Menschen sind bislang an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Insgesamt haben sich 202'000 Personen erholt.

Europa

Italien: Über 13'000 Menschen sind in Italien an den Folgen des Coronavirus verstorben. Dies ist nach wie vor die höchste Zahl weltweit. Am stärksten betroffen ist weiterhin die Lombardei, dahinter folgen die Regionen Emilia Romagna und Veneto. An ein Ende der rigorosen Ausgangssperren ist derzeit nicht zu denken – sie wurden bis 13. April verlängert. Gemäss Regierungskreisen könnte der Lockdown aber bis zum 4. Mai dauern. Immerhin wurde eine Auflockerung der Ausgangssperre für Kinder beschlossen. Nach Appellen von Eltern, Lehrern und Kinderärzten beschloss das Innenministerium, dass Spaziergänge von Kindern in Begleitung eines Elternteils möglich sind, sofern sie nahe der eigenen Wohnung stattfinden. Sportliche Aktivitäten sind nicht erlaubt.

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Italien trauert
Aus SRF News vom 31.03.2020.
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Spanien: Nach Italien bleibt Spanien das am schwersten betroffene Land in Europa. Laut Johns-Hopkins-Universität gibt es dort bisher über 110'000 Infektionen. Mehr als 10'000 Personen sind an den Folgen gestorben. In Madrid wurden der Eissportpalast und ein altes Justizgebäude zu Leichenhallen umfunktioniert. Seit Anfang Woche gilt eine verschärfte Ausgangssperre im Land. Alle Betriebe, die keine «lebensnotwendigen» Güter produzieren, müssen bis Ostern schliessen. Es gibt aber auch einen kleinen Hoffnungsschimmer: Die prozentuale Zunahme der Fälle wird allmählich kleiner. Die Regierung sieht dies als Folge der getroffenen Massnahmen.

Frankreich: Im Ballungsraum Paris spitzt sich die Lage angesichts der Corona-Krise in den Krankenhäusern zu. «Wir hatten eine äusserst schwierige Nacht, da wir tatsächlich am Ende unserer Krankenhauskapazitäten sind», sagte der Direktor der regionalen Gesundheitsbehörde Île de France. «In der Region Paris gibt es 1200 Intensivbetten. Zurzeit haben wir 2700 Patienten auf der Intensivstation.» 36 Patienten wurden am Dienstag in speziellen medizinischen TGV-Hochgeschwindigkeitszügen in Spitäler in der westfranzösischen Region Bretagne gebracht. In Frankreich sind mehr als 4000 Patienten der Covid-19-Krankheit erlegen.

Deutschland: Über 900 Menschen sind in Deutschland bisher an den Folgen der Covid19-Erkrankung gestorben, über 78'000 bisher Infizierte zählt die Johns-Hopkins-Universität. Im ganzen Land sind Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten, viele Läden, Schulen und Kitas sind geschlossen. Mit einem Hilfspaket von 156 Milliarden sollen Familien, Beschäftigte, Selbstständige und Unternehmen in der Corona-Krise unterstützt werden.

Österreich: Ab kommendem Montag gilt in Österreich eine Schutzmaskenpflicht für Einkäufe in Supermärkten. Bereits jetzt verteilen die Supermarktketten an den Eingängen Masken. Mittelfristig soll dieser Mund- und Nasenschutz überall dort getragen werden, wo man an Menschen vorbeigeht. Bereits seit Dienstag müssen Polizisten Masken tragen. Die Zahl der Infizierten im Land ist auf über 10'000 angestiegen, 158 Todesfälle gibt es bisher zu beklagen. Seit dem 23. März gelten eine Ausgangsbeschränkung und ein generelles Versammlungsverbot. Im Bundesland Tirol gilt noch mindestens bis zum 13. April eine noch rigorosere Vollquarantäne.

Ungarn: Wegen des ungarischen Pandemie-Notstandsgesetzes werden innerhalb der EU die Rufe nach Sanktionen gegen das Land lauter. 13 EU-Staaten äussern in einer Erklärung, ohne Ungarn namentlich zu nennen, ihre Sorge über Notmassnahmen, die gegen Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Grundwerte verstossen könnten. Das ungarische Parlament hatte am Montag ein Gesetz gebilligt, das es Regierungschef Viktor Orban erlaubt, weitgehend uneingeschränkt und unbegrenzt per Dekret zu regieren. Im Land gibt es bisher 585 gemeldete Corona-Infektionen und 21 damit in Zusammenhang stehende Todesfälle.

Gesamte EU: Seit dem 17. März gilt ein Einreiseverbot für die EU für 30 Tage. Ausnahmen solle es für Nicht-EU-Bürger mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung, Angehörige von EU-Bürgern, Diplomaten, Ärzte, Krankenpfleger, Forscher und Experten geben. Um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzuschwächen, hat die Europäische Zentralbank (EZB) ein Notkaufprogramm für Anleihen in der Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt (knapp 800 Milliarden Schweizer Franken). EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte milliardenschwere Hilfen gegen die Wirtschaftskrise an. EU-Regeln würden gelockert, damit das Geld schnell fliessen könne. Ausserdem würden 100 Milliarden Euro für Jobs und Unternehmen aktiviert - gemeint ist ein bereits zuvor angekündigtes Kurzarbeiter-Instrument.

Vereinigtes Königreich: Premierminister Boris Johnson gerät wegen erheblicher Mängel bei der Pandemie-Bekämpfung immer stärker unter Druck. Nach Angaben einer Ärztegewerkschaft fehlt es in Kliniken und bei Hausärzten an Schutzmaterial. Die Regierung steht auch unter starkem Druck, weil sie nach Ansicht vieler Kritiker zu spät und zu lasch auf den Ausbruch reagiert habe. Ein grosses Problem in Grossbritannien ist zudem, dass viel zu wenig Beatmungsgeräte bereitstehen. Johnson selbst soll nach seiner Ansteckung mit dem Coronavirus nur milde Symptome haben. Die Zahl der Ansteckungen im Land liegt bei gegen 30'000, über 2300 Menschen sind gestorben.

Russland: Das Land hatte sich in der Corona-Krise vergleichsweise früh abgeschottet. Offiziell bekannt sind über 3500 Infektionen und 30 Todesfälle. Sämtliche regulären Flüge von und nach Russland sowie alle Zugverbindungen ins Ausland sind ausgesetzt, die Grenzübergänge sind geschlossen. Mittlerweile erhielt die Regierung von Michail Mischustin Vollmachten für eine Verhängung des Ausnahmezustands. Schon jetzt gibt es in vielen Regionen Russlands, darunter auch in der Hauptstadt Moskau, massive Ausgangsbeschränkungen.

Derweil hat das Land gemäss dem Verteidigungsministerium einen Hilfsflug mit medizinischer Ausrüstung in die USA geschickt. Russland hatte bereits medizinische und personelle Hilfe nach Italien geschickt.

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Die Einwohner Moskaus ziehen aufs Land
Aus Tagesschau vom 31.03.2020.
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Asien

China: Die Zahl der nachgewiesenen Neu-Infektionen ist aufgrund einer neuen Zählweise deutlich gestiegen. Wie aus den Daten der Pekinger Gesundheitskommission hervorging, wurden erstmals auch Menschen in die offizielle Statistik aufgenommen, die zwar positiv auf das Virus getestet wurden, aber keine Symptome zeigten. Insgesamt gibt es derzeit laut WHO mehr als 82'000 bestätigte Infektionen. Jene ohne Symptome fliessen in diese Gesamtzahl jedoch weiterhin nicht ein. Die Zahl der Toten wird mit mehr als 3300 angegeben; überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

Iran: Die Zahl der Infizierten im Iran ist auf über 50'000 gestiegen. Mehr als 3000 Menschen sind gestorben. Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich haben medizinische Güter in das Land geliefert. Die USA schliessen angesichts der Pandemie nicht aus, die Sanktionen gegen den Iran aufzuheben, wie US-Aussenminister Pompeo andeutete.

Übriges Asien: In Südkorea bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen weiter um die 100. Südkorea schickt alle Einreisenden ab dem 1. April für zwei Wochen in Quarantäne. Dies betrifft sowohl Ausländer als auch Südkoreaner. Japans Industrie ist aufgrund der Corona-Krise pessimistisch wie schon lange nicht mehr. Dies geht aus einer Umfrage der Notenbank unter 10'000 Unternehmen hervor. In Japan stellten Experten bislang keinen explosiven Anstieg der Coronavirus-Fälle fest. Die Zahl der Infizierten liegt bei gut 2400, 57 Menschen starben. In Indien wurden bislang über 2000 Infektionen und 58 Todesfälle registriert. Seit dem 25. März gilt eine vollständige Ausgangssperre für alle 1.3 Milliarden Bürger.

USA

Seit dem 13. März gilt der nationale Notstand. Die Ansteckungen steigen weiterhin rasant an. Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen liegt laut der Johns-Hopkins-Universität bei 216'000 – die meisten Ansteckungen weltweit. Präsident Trump stimmte die Bevölkerung auf sehr harte zwei Wochen mit steigenden Todeszahlen ein. Derzeit registriert das Land etwas mehr als 5000 Todesopfer. Das Weisse Haus befürchtet trotz Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zwischen 100'000 und 240'000 Tote.

Epizentrum der Corona-Krise ist New York City. Auf dem Gelände der US Open gibt es demnächst 350 temporäre Spitalbetten für die von der Coronavirus-Pandemie hart getroffenen Bewohner der Stadt. Weiter hat am Montag ein Spitalschiff der US-Marine mit 1000 Betten in New York angelegt.

Afrika

Der Kontinent war einige Zeit vom Coronavirus verschont geblieben, doch inzwischen breitet sich das Virus aus. Fast alle Länder sind betroffen. Hohe Fallzahlen wie in Europa wurden noch nicht gemeldet. Stark angestiegen ist die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in Südafrika. Die Gesamtzahl liegt bei fast 1400. Fünf Menschen sind gestorben. Seit dem 27. März herrscht eine dreiwöchige Ausgangssperre. Alle Landesgrenzen sind geschlossen, der Bahn- und Flugbetrieb ist eingestellt.

Ähnliche Restriktionen traten auch in den Nachbarländern Simbabwe und Lesotho, aber auch in Ruanda sowie diversen Metropolen des Kontinents in Kraft.

SRF-Korrespondentin Cristina Karrer: Die Armen werden noch ärmer

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«Es ist der grösste Lockdown in Afrika: Südafrika legt (ab dem 27.03., Anm. d. Red.) für 21 Tage fast die gesamte Wirtschaft, sogar die Minenindustrie, still. Reisen zwischen den Provinzen sind verboten, der Bewegungsradius sollte nicht mehr als fünf Kilometer umfassen, spazieren ist verboten, sowie auch der Verkauf von Alkohol. Armee und Polizei machten klar, dass hart durchgegriffen werde bei Verstössen gegen die neuen Regeln. Es sind Worte, die auf unheimliche Weise an die Zeit der Apartheid erinnern, auch wenn sie dem Wohl der Bevölkerung dienen sollten. Die Gefahr besteht darin, dass die arme Bevölkerung einmal mehr die wirtschaftlichen Kosten tragen wird, ob und was sie von den aus dem Boden gestampften Entschädigungsfonds sehen wird, wird sich zeigen. Es ist zu befürchten, dass die Armen nicht nur krank, sondern noch ärmer werden.»

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Aus dem Archiv: Social Distancing in Townships?
Aus SRF News vom 24.03.2020.
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Andere Regionen

Australien: In Down Under machen derzeit positive Nachrichten die Runde: Australien meldet einen anhaltenden Rückgang der Neuinfektionen. Die Zuwachsrate habe sich zuletzt auf durchschnittlich neun Prozent von 25 bis 30 Prozent vor einer Woche verlangsamt, so der Gesundheitsminister. Behörden und Experten warnen allerdings vor einem Nachlassen im Kampf gegen das Virus und einer Lockerung der Kontaktbeschränkungen. Seit letzter Woche dürfen keine Ausländer mehr nach Australien einreisen. Es gilt ausserdem ein Ausreiseverbot für australische Bürger. Bislang hat das Land laut der Johns-Hopkins-Universität gut 5'100 Infektionen und 24 Tote gemeldet.

Brasilien: Präsident Jair Bolsonaro hat seinen Ton im Hinblick auf das Coronavirus geändert, nachdem er es wochenlang heruntergespielt und Einschränkungen des öffentlichen Lebens kritisiert hatte. Er sprach von der grössten Herausforderung für die aktuelle Generation. Bolsonaro führte die Massnahmen an, die die Regierung schon ergriffen habe und hob das Einfrieren der Preise für Medikamente für 60 Tage hervor. Seit über zwei Wochen protestierten täglich Tausende Brasilianer in verschiedenen Städten während der Ansprache gegen den Präsidenten und dessen ihrer Meinung nach laxen und gefährlichen Umgang mit der Covid-19-Pandemie. Vor einer Woche hatte Bolsonaro das Coronavirus im Fernsehen als Grippe heruntergespielt. Brasilien verzeichnet fast 7000 Fälle und mehr als 240 Tote.

Kanada: Die Regierung hilft den Ureinwohnern dabei, sich in der arktischen Wildnis zu verteilen. Dafür sollen umgerechnet rund 1.7 Millionen Franken zur Verfügung gestellt werden. Viele Ureinwohner in den Nordwest-Territorien im Norden Kanadas lebten eng zusammen in grossen Familienverbünden, weil es zu wenig Häuser und Wohnungen gibt. Viele von ihnen wollen nun in Jagd- oder Fischerhütten in der Wildnis des Gebiets ziehen, wo sie besser voneinander Abstand halten können. Kanada verzeichnet über 9'700 Ansteckungen und mehr als 100 Tote.

SRF 4 News, 31.03.2020, 06:00 Uhr; agenturen/redaktion

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Claude Weber  (WeberJC)
    Zu Russland:
    Im russ. Fernsehen wurde gerade von einem Virusherd in St. Petersburg berichtet.
    Ein Italiener soll der 0-Patient sein.
    Die Russen reagieren wie die Italiener, sperren alles ab.
    Man muss sich bewusst sein, dass das russ. Gesundheitswesen einen schlechten Ruf hat. In Städten geht es einigermassen, aber auf dem Lande ist fast nichts vorhanden.
    Das war auch der Grund, warum die Rückkehrer aus China in Sibirien von der Umwelt isoliert eingesperrt wurden.
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  • Kommentar von Jean-Claude Weber  (WeberJC)
    Ich finde es übertrieben wenn der Kanton Neuenburg neu die Skilager verbietet, denn gesunde Kinder sind meines Wissens bis jetzt nicht an dieser Infektion gestorben.
    Die sportliche Betätigung stärkt das Immunsystem.
    Das Ganze artet zu einer Hysterie aus.
    Eigentlich unüblich für uns besonnene Schweizer.
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  • Kommentar von Patrick Vonarburg  (patvon)
    Ich erwarte jetzt eine REISEWARNUNG für Italien vom BAG.
    Ich spreche nicht von einer Grenzschliessung.
    Die Reisewarnung ermöglicht vielen Leuten welche schon seit längerer Zeit eine Reise nach Italien gebucht haben, diese zu stornieren.
    Denn bis jetzt ist keine Kulanz von Reisebüros zu erwarten.
    Vor allem würden die Reiseversicherungen die Stornierungsgebühren übernehmen
    Weniger Reisen = weniger Ansteckungsgefahr.
    Wieso Das BAG zögert kann ich schlicht weg nicht verstehen.
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