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Atomdeal mit Iran Jetzt läuft der Countdown

US-Präsident Donald Trump hält am Atomabkommen mit dem Iran fest. Zumindest vorläufig. Denn er hat dem Iran bis im Mai eine Frist gesetzt. Ein besseres Abkommen müsse her, sonst werde er die Iran-Sanktionen wieder in Kraft setzen. Bloss: Trumps Forderung ist illusorisch. Eine Analyse.

Legende: Audio Analyse des Trump-Entscheids zu Iran-Sanktionen abspielen. Laufzeit 1:03 Minuten.
1:03 min, aus HeuteMorgen vom 13.01.2018.

Zum letzten Mal habe er sich dazu entschlossen, die USA weiter im Atomabkommen mit Teheran belassen. Den Ausschlag für seine Entscheidung dürften die Aussen- und Sicherheitspolitiker in seiner Regierung gegeben haben, der Aussenminister, der Sicherheitsberater und Pentagon-Chef James Mattis. Letzterer sagt ausdrücklich, der Präsident solle an dem Vertrag festhalten.

Trump hingegen spricht von einem der schlechtesten Abkommen, dass die USA je unterzeichnet hätten. Um den Eindruck zu vermeiden, er knicke erneut ein, droht Trump jetzt, die US-Sanktionen träten wieder in Kraft, falls der Vertrag nicht spätestens im Mai neu ausgehandelt sei. Und zwar so, dass Teheran sein Atomwaffenprogramm nicht in wenigen Jahren wieder aufnehmen darf, sondern nie mehr.

Nüchterne Reaktion aus Teheran

Bloss: Die Forderung ist illusorisch: Erstens hat der Iran gar kein Interesse an neuen Verhandlungen. Zweitens sind die übrigen Vertragspartner Grossbritannien, Frankreich und Deutschland sowie Russland und China mit dem Abkommen, so wie es ist, einigermassen zufrieden. Und drittens liessen sich solche Neuverhandlungen niemals in vier Monaten abschliessen.

Doch der Countdown läuft nun. Am 12. Mai muss Trump entweder abermals klein beigeben. Oder er führt die Boykotte tatsächlich ein. Dann würde das Abkommen platzen und der Iran wohl sein Atomprogramm neu starten.

Auf die jetzige Verlängerung und Trumps Forderung reagiert man in Teheran betont nüchtern: Der US-Präsident höhle ein solides internationales Abkommen aus, sagt der Aussenminister. Teheran halte sich aber daran, solange die USA das täten.

Fredy Gsteiger

Portrait von Fredy Gsteiger

Der diplomatische Korrespondent ist stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er u.a. Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» sowie Chefredaktor der «Weltwoche».

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Ein Vertrag, der von seinem Vorgänger zusammen mit China, Russland, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien abgeschlossen wurde, soll nach Trumps Auffassung der "schlechteste Vertrag aller Zeiten" sein! Und das, obwohl ihn nicht nur die genannten Länder sondern auch Trumps engste Berater gut finden, darunter der Verteidigungs- und der Aussenminister. Welche Überheblichkeit dieses Präsidenten!
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  • Kommentar von Silvan Zellberger (vorwärtsstattstillstand)
    Seit vielen Jahren bereise ich den Iran.In dieser Zeit haben die Bush‘s & jetzt auch Trump mit allen Mitteln versucht,diesem Land in ihrer grenzenlosen Verbohrtheit den Bau der Atombombe nachzuweisen.Dabei mussten viele Lügen (wie im Irakkonflikt) herhalten,um das Bild in der Welt zu etablieren.Natürlich ist der Iran kein Musterknabe,doch wird nun von Trump versucht diese Achse des Bösen wieder aufleben zu lassen.Unfähige Präsidenten zetteln Kriege an um ihre eigene Begrenztheit zu kaschieren.
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  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Meine Hoffnung ist das die kare saubere Luft im Kurort Davos ihm, dem von seinem Ego getriebenen etwas Entspannung bringen wird. Der Vertrag mit dem Iran ist in der Form wie er beschlossen wurde soweit gut. Mehr ging von beiden Seiten nicht und die iranische Regierung sollte auch nicht mehr auf das Ultimatum reagieren, denn alle anderen beteiligten Staaten sehen keinen Bedarf für Änderungen. Seine Handlungsweise trägt die Handschrift der Israelis und einflussreichen jüdischen Kreisen in den USA.
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