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Kampf gegen die Flammen in Portugal
Aus News-Clip vom 21.07.2019.
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1100 Feuerwehrleute im Einsatz Waldbrände in Portugal noch nicht unter Kontrolle

  • Trotz eines massiven Feuerwehreinsatzes hat sich am Wochenende ein gefährlicher Waldbrand im Zentrum Portugals ausgebreitet. Das Feuer erstreckt sich über 25 Kilometer. Bislang gab es acht Verletzte.
  • Ein Mann habe schwerste Brandverletzungen erlitten und sei in eine Klinik in Lissabon geflogen worden, berichtete die Zeitung «Público» unter Berufung auf die Behörden.
  • Am schwersten trifft es die Gemeinde Vila de Rei im Bezirk Castelo Branco.

«Wegen des schwer zugänglichen Terrains haben wir es bislang nicht geschafft, den Brand bei Vila de Rei unter Kontrolle zu bringen», sagte ein Sprecher des portugiesischen Zivilschutzes.

Der Brand in der Bergregion des Bezirkes Castelo Branco sei erst zu 60 Prozent eingekesselt, obwohl der Wind abgeflaut sei, sagte der Sprecher weiter. 760 Feuerwehrleute waren mit 230 Fahrzeugen und elf Löschflugzeugen und -helikoptern im Einsatz.

Wegen der Brände sagte der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa am Wochenende alle seine Termine ab. Das Staatsoberhaupt verfolge die Brandbekämpfung, teilte das Präsidialamt mit.

Im Fernsehen beklagte sich ein Bewohner, es seien nicht genug Feuerwehrleute im Einsatz. «Wir selbst müssen die Flammen mitbekämpfen», sagte er. Auch der Bürgermeister von Vila de Rei, Ricardo Aires, behauptete, es mangele an Personal und an Mitteln.

Vorsorgliche Evakuierungen

Mehrere kleine Ortschaften waren über Nacht vorsorglich evakuiert worden. Sollte sich die Situation verschlimmern, könnten die Bewohner mehrerer Dörfer ihre Häuser verlassen müssen, teilte der Zivilschutz mit. In der Kleinstadt Vila de Rei wurde demnach eine Feldküche eingerichtet, die bis zu 600 Menschen versorgen kann.

Menschen beobachten einen Waldbrand in Portugal
Legende: Die Behörden evakuierten bereits vorsorglich mehrere kleine Ortschaften. Keystone

Zwei weitere Waldbrände, die am Samstag ausgebrochen waren, konnten über Nacht unter Kontrolle gebracht werden. Landesweit waren am Sonntag mehr als 1100 Feuerwehrleute im Einsatz. In fünf Regionen im Zentrum und Süden Portugals galt die höchste Waldbrand-Warnstufe.

Die Bergregion im Zentrum Portugals wird regelmässig von Waldbränden heimgesucht. Bei zwei verheerenden Bränden im Sommer und im Herbst 2017 starben dort mehr als hundert Menschen.

Grund für das hohe Waldbrandrisiko sind auch strukturelle Probleme. Die Region leidet unter Landflucht. Viele Felder, Wiesen und Wälder werden nicht mehr bewirtschaftet. Stattdessen wird Eukalyptus angebaut, der in der Papierproduktion verwendet wird. Die schnell wachsenden Bäume sind ein lukratives Geschäft, aber auch sehr leicht entzündlich.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla  (m.mitulla)
    Eukalyptus ist nicht heimisch in Europa und gehört auch nicht hier hin. Ab dem 19.Jh. wurde der Eukalyptusbaum nach Galicien eingeführt und auf der iberischen Halbinsel verbreitet. Er riecht gut, wächst schnell und ist für die Zellulosefabriken der ideale Grundstoff. Doch Eukalyptusbäume brennen leicht wie Zunder durch ihren Ölgehalt ("pflanzliches Petroleum"). Zudem verbrauchen sie Unmengen von Wasser und bohren ihre Wurzeln tief in den Boden. Der Eukalyptusbaum ist zur Plage geworden in E u P
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Wie recht sie haben Frau Mitulla. Eukalyptus wird zur Landplage, wenn dieser gepflanzt wird, wo er nicht hingehört. Wie alle Bäume, die voll der ätherischen Öle sind, explodieren diese richtiggehend. Möge die Vernunft einkehren und nur noch solche Bäume angepflanzt werden die natürlicherweise hingehören. Vielfalt, Retentionslandschaften, Agroforestrie, Permakultur sind für mich die Zauberformeln der Zukunft. Aufhören mit dem gedankenlosen Einführen von Pflanzen und Erden. Wo auch immer.
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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Überschwemmungen sind nicht nur ein Fluch. Wo der Wald jährlich vom Amazonas überschwemmt wird kann der Mensch keine Dummheiten anrichten. Der Amazonas ist das mächtigste Flusssystem der Welt. Die Flüsse Schwellen bis zum 10 fachen an und 1 Fünftel allen Süsswasser des Festlandes kommt vom Amazonas. Zur Zeit wird der europäische Urwald vor allem im Osten zerstört. Die Wassermassen im Amazonas sind so gigantisch, das sich sogar der Boden senkt. Und stellenweise gleicht der Amazonas einem Ozean.
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    1. Antwort von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
      Hat wohl wenig mit dem gebirgigen Gebiet in Portugal zu tun.
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  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Einige Kommentareschreiber hier meinten noch in der ersten europäischen Hitzewelle Ende Juni/Anfangs Juli, dass es ja in Portugal immer noch schön frisch sei. Tja, so schnell ändern sich die Gegebenheiten. Inzwischen würden sich die Portugiesen sehnlichst die Junitemperaturen zurückwünschen.
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