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Zum 300. Geburtstag von Leopold Mozart
Aus Kultur-Aktualität vom 14.11.2019.
abspielen. Laufzeit 04:17 Minuten.
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300 Jahre Leopold Mozart Wie der Sohn, so der Vater: Das Talent des Leopold Mozart

Die erste Biographie über den berühmtesten Vater der Musikgeschichte: Wer war Leopold – ausser Mozarts Vater?

Leopold Mozart weist seinen erwachsenen Sohn Wolfgang zurecht, tadelt seinen ausschweifenden Lebensstil: So zeigt Regisseur Miloš Forman 1985 in seinem Film «Amadeus» Vater und Sohn Mozart. Selbst nach seinem Tod erscheint Leopold seinem Sohn als Geist – eine Vaterfigur, der man nicht ausweichen kann.

Mit diesem Bild räumt die Musikwissenschaftlerin Silke Leopold nun auf. Sie hat zu Leopold Mozarts 300. Geburtstag die erste Biographie über den berühmtesten Vater der Musikgeschichte geschrieben.

«Der Film ‹Amadeus› hat viel Porzellan zerschlagen», sagt sie. «Er verzerrt die Persönlichkeiten von Wolfgang und Leopold; verklärt den einen zur Lichtgestalt, degradiert den anderen zum dunklen Schatten.»

Der ehrgeizige Leopold

Leopold Mozart stammt aus einer Aufsteigerfamilie. Sein Vater ist ein einfacher Handwerker, der möchte, dass die Familie Mozart in der Gesellschaft aufsteigt – und deshalb seinen Erstgeborenen aufs Gymnasium schickt.

Ein Gemälde: Maria Anna Mozart, Wolfgang Amadeus Mozart und deren Vater Leopold Mozart.
Legende: Die Mozart-Familie: Maria Anna «Nannerl», Wolfgang Amadeus und deren Vater Leopold. Getty Images / Universal Images Group

Trotz glänzender Ergebnisse bricht Leopold Mozart die Ausbildung ab, denn er unterwirft sich nicht gern den Regeln von Institutionen. Den Weg zur Musik bahnt er sich ganz allein. Er schafft es bis zum Vizekapellmeister der Salzburger Hofkapelle.

Leopold Mozart komponiert, unterrichtet und dichtet, und veröffentlicht 1756 sein bis heute bekanntestes Werk: «Versuch einer gründlichen Violinschule» – ein schon zu seinen Lebzeiten sehr erfolgreiches Lehrbuch mit mehreren Auflagen und Übersetzungen; und eine bis heute viel genutzte Quelle für die Interpretation der Musik seiner Zeit.

Begabter Sohn, begabte Tochter

Im selben Jahr wie die Violinschule kommt das jüngste Kind zur Welt: Wolfgang Amadeus Mozart. Leopold fördert die enorme musikalische Begabung seines Sohnes, und auch die seiner älteren Tochter Nannerl. Mit ihnen unternimmt Leopold monatelange Reisen: Als Wunderkinder spielen sie vor etlichen Königen und Fürsten – und lernen dabei auch die musikalische Welt Europas kennen.

Buchhinweis

Silke Leopold: «Leopold Mozart. Ein Mann von vielen Witz und Klugheit». Bärenreiter, 2019.

Dass Leopold dieses Wagnis immer wieder unternimmt, ist keine Selbstverständlichkeit – bei all den Schwierigkeiten, die das Reisen damals mit sich brachte: Die Kutschen waren unbequem, die Gastzimmer kalt, das Wasser schmutzig. An jedem neuen Ort mussten die richtigen Beziehungen geknüpft werden. Nicht zu vergessen ist auch das finanzielle und gesundheitliche Risiko, das jede Reise damals mit sich brachte. All das hat Leopold mit grossem Erfolg gemanagt.

Bruch zwischen Vater und Sohn

Und weil er ein so geschickter Manager ist, kann er es nicht mit ansehen, wie ungeschickt sich sein erwachsener Sohn in alltagswichtigen Dingen anstellt. Wolfgang ist ständig verschuldet, lässt sich von anderen ausnutzen – es kommt zum Bruch zwischen Vater und Sohn.

Silke Leopold zeigt, worin Leopold Mozart seine grösste Stärke hat: im Unterrichten. Er war der einzige Lehrer seines berühmten Sohnes Wolfgang Amadeus. Komponieren, Klavierspielen, Italienisch und Latein: all das hat Wolfgang von seinem Vater gelernt.

2 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Vater Leopold traktierte seine Kinder bis zum Geht nicht mehr, um sich selber die Lorbeeren aufzusetzen. Büssen musste das sein berühmter Sohn, der den allzuvielen Reise- und Konzertstrapazen gesundheitlich nicht gewachsen war und, leider, leider, leider, schon mit 35 Jahren starb. Nicht auszudenken, hätte Mozart länger gelebt, mit was für weiteren wunderbaren Werken die Musikwelt noch hätte beschenkt werden können
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  • Kommentar von Heinz Hugentobler  (hevrins)
    Kommt selten vor, dass man zu einem Thema wie dieses im Forum einen ausführlichen Bericht zur Kenntnis nehmen darf. Vielen Dank der Redaktion. Wer die Musik von der Mozart-Familie kennt und liebt, schätzt den hohen Wert ihrer Kompositionen, auch heute noch, diese Musik ist unvergänglich. Vorbildlich, dass nun auch über Vater Leopold ein Buch erschienen ist. Über seinen Sohn gibt es ja bereits viele. Dank an Silke Leopold. Ich freue mich, wenn ich dieses Buch auch zu gegebener Zeit lesen kann.
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