Dominique Aegerter, der Mann, der übers Wasser geht

Ein schlechter Morgen, ein Traum-Nachmittag: Dominique Aegerter und Tom Lüthi sorgen für den ersten Schweizer Doppelsieg in der Motorrad-WM überhaupt.

Regenrennen mag Dominique Aegerter eigentlich nicht. Nach seinem 3. Quali-Rang am Samstag hatte er auf trockene Verhältnisse gehofft.

«Als ich heute aufgestanden bin und das Wetter gesehen habe, dachte ich: ‹Nein, es läuft schon wieder gegen uns›», so der Oberaargauer. «Doch im Rennen konnte ich zuerst dranbleiben und dann zulegen.»

Die Bedingungen waren schwierig: «Es war ein enormes Konzentrationsrennen. Man hatte nicht viel Grip und musste fein fahren.» Nach seinem grossen Sieg twitterte er: «Dominque Aegerter geht übers Wasser. Meisterklasse.»

Für den 26-Jährigen ist sein 2. GP-Sieg eine Genugtuung: «Ich hatte zwei schwierige Jahre und konnte nicht an meine früheren Resultate anknüpfen.» Aegerter spielte damit auch auf das letztjährige Wechseltheater an, als er nach der Unterschrift bei Kiefer Racing von seinem CarXpert-Team suspendiert wurde.

Lüthis Dilemma: WM oder Tagessieg?

Lüthi sprach von einem «richtig guten Tag» - der schlecht begonnen hatte: Im Warm-up rutschte er von der Strecke. «Deshalb hatte ich zu Rennbeginn Mühe mit dem Rhythmus.»

Nach Franco Morbidellis Sturz konnte er zu Aegerter aufschliessen. «Ich versuchte zu überholen, aber Domi war auf der Bremse stark - und beim Bremsen war im am Morgen gestürzt. Ich konnte nicht zuviel riskieren. Ich überlegte hin und her, wie sehr ich auf den WM-Stand oder den Tagessieg fahren soll. Zuletzt fuhr ich auf Sicherheit.»

Obwohl Konkurrenten, sind sich beide in einem Punkt einig:

  • Aegerter: «Mit Tom 1. und 2. zu sein ist ein Mega-Feeling. Darauf haben wir als kleines Land ohne eigene Rennstrecke ein Weilchen gewartet.»
  • Lüthi: «Das ist ein grosser Tag für den Schweizer Motorsport. Domi hat es verdient.»

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 10.9.17, 12:05 Uhr