«ES» ist wieder da Stephen Kings Monster hat viele Gesichter

Mit «ES» lehrte Stephen King einer ganzer Generation das Fürchten – mit einem Monster, das weit mehr ist als ein Clown.

Clown schaut unter einem Bürgersteig hervor. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der Roman-Verfilmung von 1990 gab Tim Curry dem Monster ein Gesicht, dass die Pop-Kultur prägen sollte. Warner Bros. Television

Derry ist ein verschlafener Ort im US-Bundesstaat Maine, der schrecklicher nicht sein könnte. Das fiktive Städtchen wird seit Jahrhunderten regelmässig von einem kinderfressenden Monster heimgesucht. Niemand geringerer als Horror-Meister Stephen King hat es geschaffen.

Ein Ballon verbirgt ein Clown-Gesicht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Für Profi-Clowns freuen sich nicht unbedingt über eine neue ES-Verfilmung. Sie fürchten um ihren Ruf. Warner Bros. Schweiz

Das Monster aus Kings Roman «ES» kennen viele als Pennywise, den Clown. 1990 gab Schauspieler Tim Curry der Figur in einer TV-Verfilmung ein furchterregendes Gesicht. Es sollte sich in das Unterbewusstsein einer ganzen Fernsehgeneration einbrennen.

«ES» wurde ein Synonym für Clowns, die mehr Schrecken als Spass verbreiten – so sehr, dass sich Profi-Clowns sogar mit offiziellen Mitteilungen ihren dunklen Brüdern distanzieren.

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Der König des Horrors

Ein Monster, viele Gestalten

Doch Kings Monster ist mehr als ein schauriger Clown. Pennywise ist nur einer von vielen Namen und Gesichtern. ES, wie die Protagonisten das Monster nennen, kann viele Gestalten annehmen.

Im Roman erscheint ES wahlweise als Werwolf, als Mumie oder auch als überdimensionierte Monster-Spinne. Es wählt seine Form danach aus, wie es seinen Opfern die grösste Furcht einjagen kann.

So erscheint es auch als toter Bruder oder gewalttätiger Vater. Das Motto: Verängstigte Kinder schmecken besser.

Verlierer kommen ihm auf die Schliche

Und so geht Stephen Kings Geschichte: Eigentlich ist ES ein Alien. Ein Wesen, das das pure Böse ist.

Es landete vor Urzeiten auf der Erde und treibt seitdem unbemerkt sein Unwesen. Ausgerechnet der «Klub der Verlierer» kommt dem Monster in den 1950er-Jahren auf die Schliche.

«ES ist wieder da!»

Das Monster treibt wieder sein Unwesen auf der Leinwand. 17 Jahre nach Tim Currys Auftritt als Pennywise schlüpft Bill Skarsgård in die Rolle des kinderfressenden Monsters. «It» läuft am 28. September 2017 in den Deutschschweizer Kinos an.

ES (Trailer, 2017)

2:19 min, vom 11.9.2017

Aus Verlierern werden erwachsene Helden

Im «Klub der Verlierer» treffen sich sieben Kinder. Sie haben nur eines gemeinsam: Sie sind alle Aussenseiter.

Doch sie schliessen Freundschaft – eine Freundschaft, die sie stärkt. So reissen sie all ihren Mumm zusammen und nehmen den Kampf mit dem Monster auf – und verletzen ES schwer.

Fast 30 Jahre später heisst es trotzdem: «ES ist wieder da.» Die Verlierer sind nun zwar erfolgreiche Erwachsene, doch die Angst ist noch dieselbe

Dennoch besiegt der «Klub der Verlierer» das Monster diesmal endgültig. Das Erwachsenwerden ist denn auch ein zentrales Thema in der Geschichte.

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Furchtbar komisch

Wie Geissen eine Brücke überqueren

Zum Roman wurde King von einem Märchen inspiriert. Im Märchen muss eine Geissenfamilie eine Brücke überqueren. Darunter lebt ein böser Troll, der jeden essen will, der die Brücke überquert – ähnlich wie ES, das in der Kanalisation unter der Stadt lebt.

Ausserdem erinnerte sich King an die Leihbücherei aus seiner Kindheit. Dort verband ein Korridor die Kinder- mit der Erwachsenenbuchsektion: «Ich sah in dem Korridor eine Brücke, wo jedes Geissenkind hinüber stapfen muss, um erwachsen zu werden.»

«Sie machen Kindern Freude»

King wäre nicht King, würde er seinen Lesern und seinen Figuren nicht gehörig Angst einjagen. Dass sein Monster die Opfer als Clown anlockt, macht den Albtraum perfekt. Obwohl oder gerade weil für Stephen King selbst Clowns normalerweise die Guten sind.

So rief der Meister des Grauens letztes Jahr zur Besonnenheit auf, als Videos von Horror-Clowns auf den Strassen im Internet die Runde machten.